Gesetze der Selbstorganisation

  1. Selbstorganisation braucht den ganzen Menschen, ansonsten ist kollektive Intelligenz nicht möglich. Jeder Mensch braucht Schulungen, wie es sich anfühlt, als ganzer Mensch präsent zu sein. Jeder Mensch braucht Beziehungskompetenz über seine Muster, wann er präsent ist und wann abgeschnitten von seiner Ganzheit, praktische Kenntnis in welchem Zustand sich das eigene Nervensystem gerade befindet.
    Tipp: Authentisches Spiel ist eine leicht-sinnige Form seine Ganzheit zu erforschen
  2. Jeder Mensch muss Selbst-Verantwortung und Selbst-Führung lernen, da es keinen Chef gibt, der führt! Selbstverantwortung ist die uns gesellschaftlich am unvertrauteste Eigenschaft – wir alle sind zu überverantwortlichem Handeln erzogen worden (was will und braucht der andere, wie kommt das beim Anderen an, kann der Andere das Aushalten…)
    Selbstverantwortung bedeutet zu wissen, was ich will und welche Gefühle/Gedanken/Bedürfnisse in mir sind. Selbstverantwortung ist das Gegenteil von Schuld verteilen – auf andere (weil Du das gemacht hast, geht es mir nicht gut) oder auf sich selbst (ich müsste so viel mehr machen).
    Selbstverantwortung bedeutet in einem Team, zu seinem Bedürfnis zu stehen und für sich zu sorgen und nicht Strukturdebatten, Richtig/Falsch-Diskussionen, wer macht das? Es müsste aber das getan werden! Erläuterungen zu führen.
    Abbau äußerer Struktur braucht starke innere Struktur!

  3. Jeder braucht Schulungen, wie der Beratungsprozess sich anfühlt und Selbstreflexion der persönlichen Muster, die förderlich und hinderlich für den Beratungsprozess sind. Kann ich es aushalten, Entscheidungen zu treffen und dass sich andere beschweren, weil diese nicht perfekt waren? Traue ich mich, mich sichtbar zu machen, Selbst-Verantwortung zu übernehmen? Traue ich mich, wenn nicht alle gleichermaßen einverstanden sind, will ich es allen recht machen?
  4. Jeder trifft Entscheidungen im Beratungsprozess – das ist gelebte Selbstverantwortung.
    Einige Menschen treffen sehr viele Entscheidungen (nach dem Beratungsprozess), einige sehr wenige (aber jeder sollte einige im Jahr treffen). Wenn einer nie den Beratungsprozess initiiert, dann braucht er/sie Hilfe oder Ermutigung oder Selbstorganisation ist für diesen Menschen nicht die richtige Organisationsform.
  5. Eine selbstorganisierte Organisation muss Konflikte lieben! und aktiv gestalten, aus Konflikten entsteht Wachstum und Verbesserung. Ein Diktat der Harmonie, wie es in vielen sozialen Einrichtungen unbewusst heimliches Gesetz ist, macht Selbstorganisation unmöglich!
  6. Jeder Mensch braucht Schulungen und Weiterbildungen zu Feedback und Konfliktlöseprozessen, es braucht Beziehungskompetenz, das bedeutet, jeder muss über sich selbst wissen, was ihm persönlich an Konflikten Angst macht und wie er diese konstruktiv gestalten kann.
  7. Wenn zwei Menschen in einen Konflikt kommen, muss sofort jemand anders aus der Gruppe die Führung übernehmen, z.B. moderieren und den Konfliktlöseprozess anbahnen und bis zum Ende !  durchführen. Der Konfliktlöseprozess ist erst beendet, wenn eine Lösung gefunden wurde! Sofern keine Lösung gefunden wird, geht der Konflikt immer eine Stufe weiter bzw. bezieht der Moderator externe Mediatoren ein, wenn sich dann immer noch keine Lösung findet, ist eine Zusammenarbeit nicht mehr sinnvoll.

 

Gute Vorsätze für Bildungseinrichtungen

Welchen guten Vorsatz eine Einrichtung 2020 hat, bei der Beziehungsqualität im Konzept verankert ist? Ich schlage vor, mindestens einen Teamtag „Zusammenarbeit auf Augenhöhe“ für das Team im Schuljahr! Ein Teamtag, an dem es nicht über die unendlichen Dinge geht, die noch zu tun sind, sondern an dem es nur darum geht, WIE ihr als Team arbeitet und arbeiten wollt. Mit diesem Angebot möchte ich PädagogInnen entlasten und einladen, sich Zeit & Raum für das zu nehmen, was im Hintergrund einen entscheidenden Einfluss auf die Qualität ihrer täglichen Arbeit hat.

https://beziehungskompetent.de/teamtag-miteinander/

Konflikte im Team – Wann ist Zusammenarbeit nicht mehr sinnvoll?

In meiner Arbeit mit engagierten Kita- und Schulteams hat sich immer wieder herausgestellt, dass jenseits aller persönlichen Ab- und Zuneigungen es ein paar ganz grosse Stolpersteine gibt, die zu hohem Energieverlust, ständige Reibereien, ungelösten Konflikten und mangelnder Effizienz im Team führen.

Im pädagogischen Alltag hat die Erfahrung gezeigt, dass Pädagogen auf drei Ebenen Kompetenzen mitbringen müssen, damit ihnen ihr Beruf gelingt:

    1. fachliche Kompetenz (Wissen, Vermittlungswissen)
    2. eine bewusste pädagogische Haltung (will ich Erziehung oder Beziehung?, müssen Kinder zum Lernen gezwungen werden oder lernen sie intrinsisch?, brauchen Kinder Führung oder Selbstbestimmung?, braucht es Lob/Strafe oder Anerkennung? usw.)
    3. Beziehungskompetenz
      da Arbeit im Team und Lernen immer in zwischenmenschlichen Beziehungen stattfindet, entscheidet diese Kompetenz darüber, ob ich diese Beziehungen bewusst gestalten kann

Leider scheint es im Alltag oft so zu sein, dass eine rein fachliche Kompetenz der PädagogInnen ausreichend scheint. Nur dies ist Einstellungsvoraussetzung seitens des Schulamtes. Bis vor kurzem schien die pädagogische Haltung Privatsache zu sein und die Beziehungskompetenz ein Talent, dass einem zufällig gegeben wurde oder nicht.

Diese Einschätzung ändert sich langsam. Und ich kann allen pädagogischen Einrichtungen nur empfehlen, bei Einstellungsgesprächen auf alle drei Ebenen der Fachlichkeit gleichermaßen zu achten.

Es gibt Teams, in denen pragmatisch nebeneinanderher gearbeitet wird, aber eine echte Teamarbeit, in der Menschen cokreativ Neues entstehen lassen können und sich selbst in Wachstumsprozesse begeben – das ist nur möglich, wenn im Team die Menschen auf allen drei Ebenen der Fachlichkeit zusammenpassen.

Cokreativität & Selbstorganisation braucht ein Passung im Team auf allen 3 Ebenen der Fachlichkeit.

Damit müssen wir anerkennen, dass es bei jedem Einzelnen bestimmter persönlicher Voraussetzungen bedarf, damit aus einem Gegeneinander ein Miteinander im Team und mit den Kindern wird.

Niemand ist perfekt und auch ErzieherInnen und LehrerInnen sind nur Menschen, dennoch braucht es im pädagogischen Alltag berufliche Kompetenzen, die unabdingbar sind. Genau wie Arzt über medizinisches Wissen verfügen MUSS und dies nicht eine Frage des persönlichen Geschmacks sein darf.

Wer für alles offen ist, ist nicht ganz dicht

Gilt diese Weisheit auch für moderne Teams? Dürfen Teams sich abgrenzen, klar sein und sagen: „Du bist ein wunderbarer Mensch, vielleicht sogar fachlich sehr kompetent, aber zur Zeit hast Du diese und diese Beziehungs-Kompetenz nicht und deshalb können und wollen wir nicht mir Dir zusammenarbeiten.“? Meine Standpunkt dazu ist JA. Dies braucht eine Einrichtung um klar zu sein und sinnorientiert zusammenarbeiten zu können.

——————-

Unter der pädagogischer Haltung (Beziehung statt Erziehung) verstehe ich:

  • Die für die Organisation gültigen Werte. Nach meiner Empfehlung wären es  die vier Werte nach Jesper Juul: Integrität, Selbstverantwortung, Authentizität und Gleichwürdigkeit, diese Werte müssen wichtiger im Alltagshandeln sein als gutes Benehmen, Harmonie, Nettigkeit,  Ansehen, Strategie u.v.m.
  • Der Glaube, dass es persönliche Grenzen gibt und diese sinnvoll sind
  • Die Einstellung, das Kinder Führung auf Augenhöhe von Erwachsenen mit persönlichen Grenzen brauchen statt grenzenloser Freiheit
  • Die Einstellung, das ich als Erzieher/Lehrer auch nur Lernender bin, besonders in Bezug auf Selbstverantwortung und den Umgang mit meinen persönlichen Grenzen

 

Unter fachpersönlichen Beziehungskompetenzen verstehe ich:

  • Umgang mit Überforderung
    die Fähigkeit zu erkennen, wann ich überfordert bin = existenziell ängstlich/hilflos werde und innerlich aussteige und die Fähigkeit dazu wenigstens eine Meldung im Team zu machen/Rückmeldung von anderen dazu anzunehmen (denn Angst ist kein guter Handlungsgrund in einer Vertrauenskultur, aber das Reden über meine Angst kann ein
    wunderbarer Motor für Begegnung, Prozesse und Veränderungen sein)
  • Umgang mit Konflikten
    • Die Einstellung, das Konflikte zwar Angst machen, aber das ich meinen Mut zusammennehmen kann und aktiv in Konfliktlöseprozesse gehen kann. Dazu braucht es
      • die Fähigkeit jedes einzelnen, Verhalten und Person innerlich zu trennen und sein Verhalten verhandelbar zu machen.
      • den Mut, persönlich und konkret meine Perspektive zu schildern, Aussagen über mich zu machen und auch noch neugierig zu sein auf die Perspektive des Anderen (nicht entrüstet und empört, wie der andere so sein kann).
    • Es braucht unbedingte Ergebnisoffenheit für einen Dialog, keine Vorwegnahme der Lösung/Entscheidung.
      Bewertung und Interpretation von meiner Wahrnehmung zu trennen und zu mir zunehmen
      • den Mut, sich vom Richtig/Falsch-Denken und Moral zu lösen und nach innerer Stimmigkeit (Authentizität) zu suchen und diese auszudrücken – was immer für ein Gefühl/Gedanke da ist, ist subjektiv richtig und darf ausgesprochen werden! Dies bringt emotionale Wahrheit und Transparenz in Gruppen, es darf auch das Unmögliche (über mich selbst! – in persönlicher Sprache ) gesagt werden.
      Abschied vom Nett-Sein, sondern Liebe zu den vier Werten Jepser Juuls (Integrität, Selbstverantwortung, Authentizität und Gleichwürdigkeit)
      und die Erfahrung, dass diese Werte die Basis eines tiefen Miteinanders sind und Menschen zueinander, nicht auseinander bringen
      • den Mut, dass ich nicht von allen gemocht werden werden muss
      • den Mut, Fehler zu machen und dazu hinterher zu stehen
      • den Mut, sich nicht zu verbiegen, auch wenn man die/der Einzige ist, der…
      Präsenz in der Gruppe zeigen
      Den Mut, unbedingt präsent zu sein, Resonanz/Anerkennung zu geben und den Raum zu halten, was auch immer in der Gruppe passiert (jeder, der sich innerlich verabschiedet geht aus seiner persönlichen Verantwortung und wird Mit-Täter durch Nichts-Tun) – wenn dies nicht möglich ist, dann hat jeder einzelne die persönliche Verantwortung zu melden, dass er überfordert ist und Hilfe braucht
      Erfahrung mit Vertrauenskultur
      Vertrauenskultur braucht ein Mindestmaß an positiven Grunderfahrungen in andere Menschen / in persönliche Prozesse und Gruppenprozesse. Wer das nicht mitbringt, ist im Opfer/Tätermodus gefangen. Dann braucht es das Wissen/die Empathie der Anderen, dass zu grosse existenzielle Angst vor Ablehnung/Vernichtung in Beziehungen einen echten Kontakt, Begegnung und Dialog verhindert. Für diese Menschen muss zuerst emotionale Sicherheit hergestellt werden bevor eine Zusammenarbeit mit Dialog und offenen Konflikten überhaupt möglich ist.

————–

Es gibt Menschen, die diese Punkte nicht unterschreiben würden oder zwar unterschreiben, aber durch ihre tatsächlichen Handlungen alltäglich konterkarieren. Wir brauchen alle diese Fähigkeiten nicht perfekt zu können – aber wir brauchen die Einstellung, dass ich genau das lernen will – nicht theoretisch, sondern genau beim nächsten Konflikt. Ohne diesen Wunsch, mich dahin zu entwickeln hat Zusammenarbeit in einem Team keinen echten Sinn.

Ich kenne viele Menschen, die aus nachvollziehbaren Gründen zur Zeit nicht in der Lage sind, Konflikte aktiv anzugehen oder wahrzunehmen, wann ihr Nervensystem in den Panikmodus kommt. Oder das Menschenbild der handelnden Personen weicht zu weit voneinander ab und dieser tieferliegende Konflikt wird nicht transparent geklärt. Damit sind jenseits von Sympathie, Antipathie und persönlichem Stil berufliche Probleme in der Teamarbeit und in der Arbeit mit Menschen vorprogrammiert.

Wenn es uns nicht gelingt, diese Menschen einzuladen, sich auf den Weg zu machen diese Kompetenzen & Werte erwerben zu wollen (und das reicht schon), dann ist es fair und besser für alle Beteiligten nach dem Versuch darüber ausreichend in Dialog zu gehen, zu sagen: Eine Zusammenarbeit ist unter den gegebenen Bedingungen nicht sinnvoll und wir trennen uns im Guten.

 

Beziehungskompetenz mit Deinem Hund lernen

Letztes Jahr bin ich noch extra bis nach Hessen gefahren, um an einem solchen ungewöhnlichem Hundeseminar teilzunehmen… jetzt präsentiere ich stolz das erste MENSCH WIE HUND Seminar (inspiriert durch Maja Nowak) in Biesenthal, nur 35 km nördlich von Berlin!

„Wie findest Du zurück zu Deinen Potenzialen und damit zu Deiner Echtheit? Und wie kann Dein Hund Dich dabei unterstützen und Du daraufhin auch Deinen Hund? …. Eine respektvolle Beziehung und Kommunikation auf Augenhöhe sind das Ziel dieser Seminare. Ein Beziehungsfundament, auf dem eine wertschätzende und achtsame Verbindung wachsen kann. “
Simona Cappai, Verbund der Unabhängigen Wegbereiter Mensch wie Hund im Team von Maja Nowak

Hier kannst Du Videos von Maja Nowak und ihrem Ansatz sehen: www.youtube.com/user/DogInstitutBerlin/

Mehr Information & Anmeldung hierlang

Weitersagen und Interesse bekunden: www.facebook.com/events/535261710662279

Rückmeldekultur statt Beschwerdemanagement

Eltern-Team-Themenabend

„Rückmeldekultur statt Beschwerdemanagement“

Wenn für uns im Alltag der Schule die vier Werte für das Miteinander (von Jesper Juul und Helle Jensen) handlungsleitend sind, dann erscheint uns ein „Beschwerdemanagement“ nicht mehr der richtige Weg auf Augenhöhe miteinander zu kommunizieren.

Aber wie kann es dann gelingen, dass SchülerInnen, PädagogInnen und Eltern gut im Kontakt und Austausch sind? Wie können wir unsere verschiedenen Ansichten und Bewertungen miteinander thematisieren ohne eine hierarchische Instanz, die das „von oben“ regelt oder maßregelt? An wen wenden sich Eltern, wenn sie Not haben und die MentorIn des Kindes nicht als die geeignete AnsprechpartnerIn erscheint? Wie kann die Organisation sicher stellen, dass Rückmeldungen nicht folgenlos sind oder im Sande verlaufen? Und welche Kompetenzen brauchen PädagogInnen und Eltern, um den Mut zu authentischen Rückmeldungen aufzubringen?

Ein Eltern-Team-Themenabend für engagierte Kitas & Schulen, die gemeinsam auf Augenhöhe arbeiten wollen. Termine Di und Do Abends nach Absprache buchbar bei Katrin Paul unter buero@mirabellenhof.de.

Elternabend „Wieviel Wahrheit braucht mein Kind?“

Von kleinen Lügen, großen Lasten und dem Mut zur Aufrichtigkeit in der Familie. Viele Eltern sind unsicher, welche Wahrheiten sie ihren Kindern z.B. im Fall von Trennungen oder Schicksalschlägen mitteilen sollen. Viele kleine Lügen schleichen sich manchmal unbemerkt in den Alltag ein. Ist dies zum Schutz oder Schaden von Kindern? Was brauchen Kinder, um sich zu entwickeln? Welche Rolle spielt die Aufrichtigkeit, also die Authentizität der Eltern, für die kognitive Entwicklung ihres Kindes? Und wie können Eltern schmerzhafte Wahrheiten kindgerecht kommunizieren?

Buchtipp:

Abschied von Zeugnis und Bewertung in der Schule

Während andere Schulen im Zeugnisfieber sind und damit Kinder ungleichwürdig von oben nach unten bewerten, geht die Naturschule Barnim neue Wege des Lernens auf Augenhöhe und in Gemeinschaft.

Deswegen gibt es dort zwei Wochen lang die – glauben wir – im Format noch einmaligen Jahresabschlussgepräche für alle Schüler*innen und Lernbegleiter*innen! Inspiriert von Jesper Juuls Grundgedanken haben wir ein Feedback-Verfahren mit jeweils 3 einfachen Fragen (siehe Foto unten) entwickelt, das wertschätzend von Kindern wie Erwachsenen gleichermaßen angewandt werden kann. In einem würdigen Rahmen, vor der ganzen Gemeinschaft, schätzt sich jeder selbst ein und hört, wie er von anderen wahrgenommen wird. Hierbei gibt es keine Kritik – die halten wir für gesundheitsschädlich – aber sehr wohl schöne wie unbequeme Sichtweisen, in persönlicher Sprache formuliert.


Es erfordert Mut, es ist aufregend und es ist eine einmalige gemeinschaftliche Erfahrung von selbstorganisierten Lern- und Lebenswegen.
Voraussetzung dafür ist die Ausbildung aller Lernbegleiter*innen in „persönlicher Sprache nach den vier Werten Jesper Juuls (integer, authentisch, verantwortlich und gleichwürdig)“ und ein hohes Maß an emotionaler Sicherheit, die die Erwachsenen für die ganze Gemeinschaft hersstellen können müssen – wir möchten ausdrücklich davor warnen, diese Grundidee „einfach so“ in anderen Kontexten anzuwenden! Es ist unsere Erfahrung, dass die Fähigkeit Selbst- und Fremdwahrnehmung vereinbaren zu können das Lernen & Leben sehr bereichert. Die Gespräche sind so verschieden wie die Menschen, aber alle gehen aufrechter, um ein ein „paar Zentimeter gewachsen“ aus diesen Gesprächen.

—-

Wer sich für die Ausbildung der Lernbegleiter*innen interessiert, dem empfehlen wir die Weiterbildung am Deutsch-Dänischen Insitut für Familienberatung in Berlin oder Teamfortbildungen von beziehungskompetent.de

 

Elternabend: integer handeln in Familie, Kita & Schule

Durch den gesellschaftlichen Wandel ist der Umgang mit unseren Grenzen in zwischenmenschlichen Beziehungen einer der Bereiche, die sich in den letzten Jahrzehnten am stärksten verändert haben. Durch den Abschied von Gehorsam und Anpassung brauchen wir eine neue Orientierung im Zusammenleben. Kinder wachsen heute immer angstfreier auf – das ist wunderbar. Und zeitgleich fällt auf, dass es immer mehr Kindern schwer fällt, andere Menschen respektvoll zu behandeln und sowohl auf die eigenen als auch auf die Grenzen anderer Acht zu geben. Es scheint so, dass die Angst weggefallen ist, aber etwas Neues noch nicht wirklich angekommen ist: Die Wahrnehmung der persönlichen Grenzen als Grundlage für Respekt und ein gutes Miteinander auf Augenhöhe ist bei Erwachsenen wie bei Kindern nur rudimentär entwickelt. Uns allen fehlen Vorbilder, wie man ohne Autoritätskultur respektvoll miteinander umgeht. Viele Eltern und PädagogInnen waren früher viel zu streng, heute sind viele viel zu nett. Wie können wir also neue Wege für ein tragfähiges Miteinander und liebevolle Führung unserer Kinder finden?
Ein Elternabend zum Thema „Integer handeln in Familie, Kita & Schule“ kann Eltern neue Wege aufzeigen, inspirieren und ermutigen.


Elternabend:

Mein Raum, meine Grenzen, meine Unversehrtheit
Integrität als wichtigster Wert für ein neues Miteinander in Familie & Kita/Schule

Früher gab es klare Rollenverteilungen und unantastbare Autoritäten, die das Zusammenleben der Menschen bestimmt haben und die das Recht hatten, andere zu definieren und über deren Grenzen zu bestimmen. Vieles war dadurch einfacher und klarer als heute – aber der Preis dafür war Angst, Druck, Machtkampf und Anpassung.
Heute wollen wir uns respektvoll auf Augenhöhe in unseren Familien begegnen und ohne Angst und Druck in Kita/Schule zusammenarbeiten – aber wir sind gesellschaftlich unerfahren, wie das wirklich geht. Der bekannte dänische Familientherapeut Jesper Juul hat uns vier Werte an die Hand gegeben, die uns ein neues Zusammenleben ermöglichen. An diesem Abend soll es um den Wert der Integrität zwischen Menschen gehen. Was bedeutet es, in Beziehungen integer zu handeln? Was bedeutet es persönliche Grenzen zu haben und wie finde ich meine? Wie kann ich liebevolle Führung von Kindern übernehmen, ohne deren Integrität zu beschädigen – aber auch ohne, dass ich mich anpasse oder beliebig werde…. Wie kann ich streitende Kinder ermutigen Lösungen zu finden? Und ist gewaltfrei immer richtig? Ein inspirierender Abend rund um das Thema Integrität in Beziehungen.

Spiel trifft Arbeit

Warum wir eine Team-Fortbildung entwickelt haben, in der ganz viel gespielt wird?
Welche Kompetenzen üben wir durch Spielen?
Warum brauchen wir in einer neuen Beziehungskultur auf Vertrauensbasis die Fähigkeit Teamprozesse spüren und gestalten zu können?

Offensichtlich sind wir nicht die Einzigen, die die Zusammenhänge sehen – das freut uns!
Im März gibt es den Schnupper Workshop https://www.facebook.com/events/1088549661306012/

und diese Veranstaltung ist bestimmt auch inspirierend:

https://www.unternehmensdemokraten.de/spielt-ihr-narren-nkna19-was-hat-neue-arbeit-mit-spiel-zu-tun/?fbclid=IwAR2HYB04NCj-0sDRMQdomzn_EzGXHNk0kGAPBANQ_cFT-ogScPdVeQ_nSd0

Rückenstärkung für Fachkräfte

Es kursiert gerade unter LehrerInnen immer noch der Aberglauben, dass Supervision nur etwas für Versager ist… aber das Gegenteil ist der Fall. Professionalität erwerben Fachkräfte erst durch Reflektion ihrer Praxiserfahrungen in Einzel- und Teamsupervision – da gibt es keine Abkürzung!

Regelmäßige Supervisionen sollten in allen sozialen Einrichtungen (Kita, Schule usw.) ein MUSS sein – und zwar unabhängig von der aktuellen Problemlage!

Jedes Team sollte mindestens alle zwei Monate Teamsupervision erhalten, damit es bestmöglich und professionell arbeiten kann.

Es wäre wünschenswert, wenn sich alle PädagogInnen ein bis zwei Mal im Schuljahr eine Einzelsupervision gönnen – als Rücksenstärkung für einen sehr verantwortungsvollen Job.

Und es gibt die Möglichkeit, kollegiale Beratung zu etablieren. So kann man, nach einer Einführungszeit, auch ohne teuren Supervisor seinen pädagogischen Alltag reflektieren und verbessern.

Herausfordernden Kindern auf Augenhöhe begegnen

Fachkräfte sind sich einig – die Anzahl herausfordernder Kinder in Kita, Schule und anderen Einrichtungen steigt und verändert den Arbeitsalltag. Auch gestandene Fachkräfte stoßen an ihre Grenzen und wissen oft nicht mehr weiter.

Wie können wir diesen Kindern, die sich nicht anpassen können und täglich die Routinen der Einrichtung durcheinander bringen oder intensive Einzelzuwendung brauchen, konstruktiv begegnen? Wie können wir selbst erkennen, wann wir hilflos werden und rechtzeitig das Setting anders gestalten? Wie können wir statt Forderungen und Androhung von Konsequenzen wirklich im Dialog mit diesen Kindern sein? Wie sind die Erfahrungen, wenn Kindern auf Basis der vier Werte (Ist mein eigenes Handeln integer, authentisch, persönlich verantwortlich und gleichwürdig?) begegnet wird – was verändert sich? Ist meine Führung wirklich gleichwürdig oder rebellieren viele Kinder zu Recht gegen Bevormundung?

Herausfordernde Kinder stellen unsere Handlungen täglich auf den Prüfstand. Sie sind die Verlierer in einem System, dass auf Gehorsam und Anpassung setzt. Aber wenn Fachkräfte ihre Haltungen und Handlungen auf Basis der vier Werte von Jesper Juul reflektieren und weiterentwickeln, gewinnen am Ende alle in der Einrichtung!

Diese Teamfortbildung passt sich flexiblel den Bedürfnissen der TeilnehmerInnen an und integriert immer auch Fallbesprechungen aus der Praxis.

Termine bitte über buero(at)mirabellenhof.de vereinbaren.

 

Warum Beziehungskompetenz?

Die Menschheit ist nicht auf allen Gebieten gleich weit entwickelt und fortgeschritten. Während unsere Technik ein hohes Niveau hat, sind die meisten Menschen quasi Analphabeten in Sachen zwischenmenschliche Beziehungen!

Es fehlt gesamtgesellschaftlich an Wissen und Erfahrung, wie Beziehungen funktionieren, wie man eigene Beziehungsmuster erkennt und wie wir diese gestalten können. Deswegen gibt es auf dem Mirabellenhof immer wieder Seminare und Fortbildungen von beziehungskompetent.de, wo Du Beziehungskompetenz erwerben kannst.

Die Workshops von Katrin Paul, beziehungskompetent.de sind fast alle praktisch orientiert – sie ermöglichen Begegnungen und Dialoge im Hier und Jetzt. Ich arbeite sehr gern mit internationalen ReferentInnen zusammen, z.B. Angela Haverson Bogo aus Norwegen und Claire Neger aus Dänemark, aber auch mit ReferentInnen aus dem Barnim, wie Nancy Franke vom Sonnenhof in Werneuchen. Sie alle vereint, dass sie auf hohem Niveau Präsenz, Authentizität und persönliche Verantwortung in Dein Leben bringen.

Die Workshops bieten einen geschützten Raum, muten leicht an, es wird ganz bestimmt viel und herzhaft gelacht und berühren doch alle menschlichen Tiefen und Höhen, so dass die Stunden sehr erfüllend und nachhaltig stärkend wirken.

Für PädagogInnen und TherapeutInnen: Unsere Persönlichkeit und unsere Fähigkeit Beziehungen zu gestalten sind die absolute Schlüsselqualifikation für alle Berufe im sozialen Bereich!

Wenn Du mehr über theoretische Hintergründe erfahren willst, warum ein stabile Beziehung zu Dir selbst entscheidend über Deinen kleinen Frieden aber auch den Weltfrieden ist, kannst Du hier Thomas Hübl sehen (in englischer Sprache, leider ohne Untertitel).

„Respektvoll Führen“ – Führungskompetenz in sozialen Berufen

Die helle Seite der Macht:
Führen können, ohne autoritär zu sein!

Heute leiten uns andere Werte als frühere Generationen: Wir wollen gewaltfrei, respektvoll, authentisch und selbstverantwortlich leben und arbeiten. Und auch in den sozialen Berufen haben wir neue Werte im Kopf, aber oft wissen wir nicht, wie wir uns so neu verhalten sollen, wenn die Situationen herausfordernd werden.

Nach meiner Erfahrung als Supervisorin in Kitas und Schulen ist heute das Thema „Führung“ für engagierte Fachkräfte die größte Herausforderung! Wenn wir uns wirklich von Druck durch Regeln, Konsequenz-Androhung oder gar rechtlicher Schritte verabschieden wollen und auf der Beziehungsebene auf Augenhöhe bleiben wollen – dann ist persönliche Autorität und die Kompetenz führen zu können die einzige Lösung.

Aufgrund der deutschen Geschichte hat das Wort Führung und Macht für viele Menschen einen schlechten Beigeschmack und viele moderne pädagogische Fachkräfte fürchten, dass Führung automatisch Manipulation und Druckausübung sei. Jesper Juul hat deswegen neue Metaphern eingeführt und Führung als Leuchtturm-Kompetenz oder Leitwolf-Kompetenz benannt. Dies weist einen Weg, aus einem veralten Schwarz-Weiß-Denken (autoritär oder antiautoritär) auszusteigen und die helle die Seite der Macht der Erwachsenen zu erkunden und wie wir sie verantwortlich und gleichwürdig einsetzen können.

In dieser intensiven, einzigartigen Team-Fortbildung werden wir uns ganz praktisch und oft mit Hilfe von Pferden der Frage widmen, wie wir als ganze Menschen im Team agieren und wie wir einzeln oder als Team liebevolle Führung übernehmen können, ohne autoritär zu werden. Welche Bedeutung haben meine Präsenz und persönlichen Grenzen für meine Führungskompetenz? Wie fühlt es sich an, eine Beziehung praktisch zu gestalten? Was sind meine hinderlichen Beziehungsmuster aus der Kindheit? Was sind die verborgenen Dynamiken im Team, die uns hindern oder helfen können? Was hilft mir mich authentisch auszudrücken?

Warum pferdegestützt? –
Führungskompetenz kann man nicht aus Büchern lernen – aber durch Feedback von Pferden und Menschen!

Weiterlesen hier…

Nie wieder streiten -November-Workshop in Eberswalde

Der nächste „Nie wieder streiten! – Im Dialog mit persönlicher Sprache“ –
Workshop findet am 30.11.2018 in Eberswalde, im Kindergarten Morgenglanz, statt.

Anmeldung/Online-Tickets sind bis zum 20.11.2018 hier sofort erhältlich – begrenzte Platzzahl (6 bis max. 10 Menschen).

Für alle, die gerne in Ihrer Einrichtung das dazugehörige Plakat für die nächste Veranstaltung aushängen können/möchten – hier gibt es die Datei:

Nie wieder streiten Plakat

Beratung/Supervision

Persönliche Beratung/
Einzelsupervision für Fachkräfte im sozialen Bereich

Du kannst jeden Tag einen Schritt in eine neue Richtung wagen und Dir Rückenstärkung bei Deinen privaten oder beruflichen Herausforderungen holen!

Jedes Thema, das Du mitbringst, ist willkommen.

Wenn Du mit der klaren und unmittelbaren Rückmeldung von Pferden arbeiten willst, dann biete ich Dir als Erweiterung zur Beratung pferdegestütztes Coaching bei uns auf dem Hof an.  Diese Termine liegen zumindest im Winterhalbjahr vormittags oder am frühen Nachmittag.

 

Vereinbare einen Termin:

  • für eine Online-Beratung mit Skype
  • für eine persönliche Beratung auf dem Mirabellenhof

 

Ich freue mich auf Dich, Deine Perspektiven und Erfahrungen und auf einen gleichwürdigen Austausch!

Lass Dich ermutigen: Vereinbare ein Termin unter beziehungskomeptent(at)mirabellenhof.de!

Neue Bildung fängt im Lehrer-Team an

Es braucht keine neue Bildungsreform, die noch mehr von den LehrerInnen verlangt und nichts wirklich am System ändert – es braucht eine grundsätzlich neue Idee von Bildung und wie wir bilden! Richard David Precht bringt es in seinen Vorträgen immer wieder auf den Punkt und ich kann mich dieser Sicht nur anschließen.

Aber im derzeitigen System sind LehrerInnen die Hände gebunden. Sie sind gefangen zwischen Lehrplanvorgaben, Kontrolle von oben und Ansprüchen der Eltern – wie sollen diese LehrerInnen ihren SchülerInnen Autonomie, Empathie und Kreativität lehren, was ja nur durch vorleben geht? Aber genau das sind die wichtigsten Schlüsselqualifikation in der automatisierten, globalen, sich rasant verändernden Gesellschaft von morgen.

Bildung für Autonomie und Selbstverantwortung bei den SchülerInnen braucht beziehungskompetente Lehrer-Teams, die selbst dies vorleben!

Ich selbst begleite Freie Schulen, die neue Schritte dahingehend wagen, Bildung neu zu denken und im Rahmen von Schule umzusetzen. Das ist nicht einfach, denn uns alle hat das alte Bildungssystem geprägt und es braucht ein radikales Umdenken – aber auch einen radikal neuen Fokus. Diesen habe ich hier mal bildlich vorgestellt:

Wenn LehrerInnen in Teams zusammenarbeiten und zuallererst bei sich selbst versuchen, Leidenschaft zu entwickeln, Autonomie und persönliche Verantwortung zu leben, Gleichwürdigkeit im Team zu üben usw. dann würden die Schulen sich langsam und organisch von selbst verändern.

Haupt

Zum Artikel von Precht geht es hierlang.