Rückenstärkung für Fachkräfte

Es wäre wünschenswert, wenn sich alle PädagogInnen ein bis zwei Mal im Schuljahr eine Einzelsupervision gönnen – als Rücksenstärkung für einen sehr verantwortungsvollen Job.

In der Einzelsupervision – persönlich auf dem Mirabellenhof in Biesenthal oder online per Skype/Zoom oder per Telefon – kann jede Frage angesprochen werden, die gerade für Dein berufliches Handeln aktuell ist. Du gibst das Thema vor, Du bestimmst Deinen Lernprozess. Im Dialog erkunden wir gemeinsam, welche Werte Dir wichtig sind, wie die Umsetzung gelingt, welche Ressourcen da sind und welche Perspektiven oder beruflichen Schritte Dir wichtig sind.

Professionalität erwerben Fachkräfte erst durch Reflektion ihrer Praxiserfahrungen in Einzel- und Teamsupervision. Regelmäßige Supervisionen sollten in allen sozialen Einrichtungen (Kita, Schule usw.) ein MUSS sein – und zwar unabhängig von der aktuellen Problemlage! Jedes Team sollte mindestens alle zwei Monate Teamsupervision erhalten, damit es bestmöglich und professionell arbeiten kann.

Und es gibt die Möglichkeit, kollegiale Beratung zu etablieren. So kann man, nach einer Einführungszeit, auch ohne teuren Supervisor seinen pädagogischen Alltag reflektieren und verbessern.

Hol Dir Rückenstärkung – Preise, Termine und Kontakt hier

Herausfordernden Kindern auf Augenhöhe begegnen

Fachkräfte sind sich einig – die Anzahl herausfordernder Kinder in Kita, Schule und anderen Einrichtungen steigt und verändert den Arbeitsalltag. Auch gestandene Fachkräfte stoßen an ihre Grenzen und wissen oft nicht mehr weiter.

Wie können wir diesen Kindern, die sich nicht anpassen können und täglich die Routinen der Einrichtung durcheinander bringen oder intensive Einzelzuwendung brauchen, konstruktiv begegnen? Wie können wir selbst erkennen, wann wir hilflos werden und rechtzeitig das Setting anders gestalten? Wie können wir statt Forderungen und Androhung von Konsequenzen wirklich im Dialog mit diesen Kindern sein? Wie sind die Erfahrungen, wenn Kindern auf Basis der vier Werte (Ist mein eigenes Handeln integer, authentisch, persönlich verantwortlich und gleichwürdig?) begegnet wird – was verändert sich? Ist meine Führung wirklich gleichwürdig oder rebellieren viele Kinder zu Recht gegen Bevormundung?

Herausfordernde Kinder stellen unsere Handlungen täglich auf den Prüfstand. Sie sind die Verlierer in einem System, dass auf Gehorsam und Anpassung setzt. Aber wenn Fachkräfte ihre Haltungen und Handlungen auf Basis der vier Werte von Jesper Juul reflektieren und weiterentwickeln, gewinnen am Ende alle in der Einrichtung!

Diese Teamfortbildung passt sich flexiblel den Bedürfnissen der TeilnehmerInnen an und integriert immer auch Fallbesprechungen aus der Praxis.

Termine bitte über buero(at)mirabellenhof.de vereinbaren.

 

Warum Beziehungskompetenz?

Die Menschheit ist nicht auf allen Gebieten gleich weit entwickelt und fortgeschritten. Während unsere Technik ein hohes Niveau hat, sind die meisten Menschen quasi Analphabeten in Sachen zwischenmenschliche Beziehungen!

Es fehlt gesamtgesellschaftlich an Wissen und Erfahrung, wie Beziehungen funktionieren, wie man eigene Beziehungsmuster erkennt und wie wir diese gestalten können. Deswegen gibt es auf dem Mirabellenhof immer wieder Seminare und Fortbildungen von beziehungskompetent.de, wo Du Beziehungskompetenz erwerben kannst.

Die Workshops von Katrin Paul, beziehungskompetent.de sind fast alle praktisch orientiert – sie ermöglichen Begegnungen und Dialoge im Hier und Jetzt. Ich arbeite sehr gern mit internationalen ReferentInnen zusammen, z.B. Angela Haverson Bogo aus Norwegen und Claire Neger aus Dänemark, aber auch mit ReferentInnen aus dem Barnim, wie Nancy Franke vom Sonnenhof in Werneuchen. Sie alle vereint, dass sie auf hohem Niveau Präsenz, Authentizität und persönliche Verantwortung in Dein Leben bringen.

Die Workshops bieten einen geschützten Raum, muten leicht an, es wird ganz bestimmt viel und herzhaft gelacht und berühren doch alle menschlichen Tiefen und Höhen, so dass die Stunden sehr erfüllend und nachhaltig stärkend wirken.

Für PädagogInnen und TherapeutInnen: Unsere Persönlichkeit und unsere Fähigkeit Beziehungen zu gestalten sind die absolute Schlüsselqualifikation für alle Berufe im sozialen Bereich!

Wenn Du mehr über theoretische Hintergründe erfahren willst, warum ein stabile Beziehung zu Dir selbst entscheidend über Deinen kleinen Frieden aber auch den Weltfrieden ist, kannst Du hier Thomas Hübl sehen (in englischer Sprache, leider ohne Untertitel).

„Respektvoll Führen“ – Führungskompetenz in sozialen Berufen

Die helle Seite der Macht:
Führen können, ohne autoritär zu sein!

Heute leiten uns andere Werte als frühere Generationen: Wir wollen gewaltfrei, respektvoll, authentisch und selbstverantwortlich leben und arbeiten. Und auch in den sozialen Berufen haben wir neue Werte im Kopf, aber oft wissen wir nicht, wie wir uns so neu verhalten sollen, wenn die Situationen herausfordernd werden.

Nach meiner Erfahrung als Supervisorin in Kitas und Schulen ist heute das Thema „Führung“ für engagierte Fachkräfte die größte Herausforderung! Wenn wir uns wirklich von Druck durch Regeln, Konsequenz-Androhung oder gar rechtlicher Schritte verabschieden wollen und auf der Beziehungsebene auf Augenhöhe bleiben wollen – dann ist persönliche Autorität und die Kompetenz führen zu können die einzige Lösung.

Aufgrund der deutschen Geschichte hat das Wort Führung und Macht für viele Menschen einen schlechten Beigeschmack und viele moderne pädagogische Fachkräfte fürchten, dass Führung automatisch Manipulation und Druckausübung sei. Jesper Juul hat deswegen neue Metaphern eingeführt und Führung als Leuchtturm-Kompetenz oder Leitwolf-Kompetenz benannt. Dies weist einen Weg, aus einem veralten Schwarz-Weiß-Denken (autoritär oder antiautoritär) auszusteigen und die helle die Seite der Macht der Erwachsenen zu erkunden und wie wir sie verantwortlich und gleichwürdig einsetzen können.

In dieser intensiven, einzigartigen Team-Fortbildung werden wir uns ganz praktisch und oft mit Hilfe von Pferden der Frage widmen, wie wir als ganze Menschen im Team agieren und wie wir einzeln oder als Team liebevolle Führung übernehmen können, ohne autoritär zu werden. Welche Bedeutung haben meine Präsenz und persönlichen Grenzen für meine Führungskompetenz? Wie fühlt es sich an, eine Beziehung praktisch zu gestalten? Was sind meine hinderlichen Beziehungsmuster aus der Kindheit? Was sind die verborgenen Dynamiken im Team, die uns hindern oder helfen können? Was hilft mir mich authentisch auszudrücken?

Warum pferdegestützt? –
Führungskompetenz kann man nicht aus Büchern lernen – aber durch Feedback von Pferden und Menschen!

Weiterlesen hier…

Nie wieder streiten -November-Workshop in Eberswalde

Der nächste „Nie wieder streiten! – Im Dialog mit persönlicher Sprache“ –
Workshop findet am 30.11.2018 in Eberswalde, im Kindergarten Morgenglanz, statt.

Anmeldung/Online-Tickets sind bis zum 20.11.2018 hier sofort erhältlich – begrenzte Platzzahl (6 bis max. 10 Menschen).

Für alle, die gerne in Ihrer Einrichtung das dazugehörige Plakat für die nächste Veranstaltung aushängen können/möchten – hier gibt es die Datei:

Nie wieder streiten Plakat

Beratung/Supervision

Persönliche Beratung/
Einzelsupervision für Fachkräfte im sozialen Bereich

Du kannst jeden Tag einen Schritt in eine neue Richtung wagen und Dir Rückenstärkung bei Deinen privaten oder beruflichen Herausforderungen holen!

Jedes Thema, das Du mitbringst, ist willkommen.

Wenn Du mit der klaren und unmittelbaren Rückmeldung von Pferden arbeiten willst, dann biete ich Dir als Erweiterung zur Beratung pferdegestütztes Coaching bei uns auf dem Hof an.  Diese Termine liegen zumindest im Winterhalbjahr vormittags oder am frühen Nachmittag.

 

Vereinbare einen Termin:

  • für eine Online-Beratung mit Skype
  • für eine persönliche Beratung auf dem Mirabellenhof

 

Ich freue mich auf Dich, Deine Perspektiven und Erfahrungen und auf einen gleichwürdigen Austausch!

Lass Dich ermutigen: Vereinbare ein Termin unter beziehungskomeptent(at)mirabellenhof.de!

Neue Bildung fängt im Lehrer-Team an

Es braucht keine neue Bildungsreform, die noch mehr von den LehrerInnen verlangt und nichts wirklich am System ändert – es braucht eine grundsätzlich neue Idee von Bildung und wie wir bilden! Richard David Precht bringt es in seinen Vorträgen immer wieder auf den Punkt und ich kann mich dieser Sicht nur anschließen.

Aber im derzeitigen System sind LehrerInnen die Hände gebunden. Sie sind gefangen zwischen Lehrplanvorgaben, Kontrolle von oben und Ansprüchen der Eltern – wie sollen diese LehrerInnen ihren SchülerInnen Autonomie, Empathie und Kreativität lehren, was ja nur durch vorleben geht? Aber genau das sind die wichtigsten Schlüsselqualifikation in der automatisierten, globalen, sich rasant verändernden Gesellschaft von morgen.

Bildung für Autonomie und Selbstverantwortung bei den SchülerInnen braucht beziehungskompetente Lehrer-Teams, die selbst dies vorleben!

Ich selbst begleite Freie Schulen, die neue Schritte dahingehend wagen, Bildung neu zu denken und im Rahmen von Schule umzusetzen. Das ist nicht einfach, denn uns alle hat das alte Bildungssystem geprägt und es braucht ein radikales Umdenken – aber auch einen radikal neuen Fokus. Diesen habe ich hier mal bildlich vorgestellt:

Wenn LehrerInnen in Teams zusammenarbeiten und zuallererst bei sich selbst versuchen, Leidenschaft zu entwickeln, Autonomie und persönliche Verantwortung zu leben, Gleichwürdigkeit im Team zu üben usw. dann würden die Schulen sich langsam und organisch von selbst verändern.

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Zum Artikel von Precht geht es hierlang.

Der Ernst des Lebens und die Leichtigkeit des Seins

 

Wenn ich anderen Menschen versuche zu erklären, was bei meinem Lieblings-Workshop  mit Angela Halverson Bogo „Spielend im Augenblick SEIN“ passiert, dann wird das häufig als kindisch abgetan. Ja, wenn es leicht ist,  dann kann das ja keine ernsthafte Fortbildung sein, bei der ich wirklich was wichtiges lerne. Und so lerne ich im Austausch mit anderen: Unser Bild, unsere Vorstellung, dass Lernen ernsthaft, anstrengend und schwer sein muss, sitzt ganz schön tief! Es ist nicht erlaubt, dass es Spass macht und lehrreich ist. Als Ausnahme ja, ein Vortrag darf auch unterhaltsam sein ja, aber wenn Du wirklich lernst, muss es Dich was kosten, Schweiss, Anstrengung, Überwindung. Sonst ist ja die ganze Geschichte mit dem Ehrgeiz, dass man auch mal durchhalten muss und sich zusammenreissen muss, hinfällig.

Als Kinder hatten wir dazu noch eine andere Einstellung. Wir waren wild aufs Lernen, unser ganzes Leben war gleichzeitig Lernen, wir haben immer gelernt, keiner musste uns antreiben, wir wollten einfach Laufen lernen, sprechen lernen, sein wie die Grossen… Bei jedem Spiel, wo wir ungestört versinken konnten, waren wir Forscher über Naturwissenschaften, über uns selbst und über das Miteinander mit anderen Menschen. Wenn keiner Druck ausübte, fiel uns das Lernen leicht, es fiel uns leicht, Rückschläge und Niederlagen hinzunehmen und Dinge 100x auszuprobieren!

Hier kommt ein inspirierender Vortrag, der auch mit der Erkenntnis beginnt, dass unser bekanntes Schulsystem fürchterlich überholt ist. Es erhält nicht die Neugiert und angeborene Lernlust der Kinder, sondern erstickt sie. Das mag im 19. Jahrhundert praktisch gewesen sein, heute ist es unangemessen. Denn die Welt braucht keine gehorsamen, nicht allzuviel fragenden Erwachsenen, sondern Erwachsene, die sich in einer schnell verändernden, immer mehr digital-globalen Welt zurecht finden und diese gestalten können.

Wir haben uns so sehr daran gewöhnt, dass im Schulsystem alles irgendwie träge, schwer und mühsam ist. Man kann als Einzelner nur schwer irgendwas bewegen und das System selbst ist fürchterlich unflexibel.

Wir brauchen heute moderne, selbstlernende Organisationen, in denen Kinder und Erwachsene selbstbestimmt lernen, sich verbinden können (statt in Noten-Konkurrenz zu stehen!) und die Orte des Lebens sind (und nicht des Aushaltens bis es vorbei ist)! Frederic Laloux / Reinventing Organizations bietet solche neue Aussichten und es gibt Schulen, die Innovation wagen!

Wenn Sie und Ihr Team erleben möchten

  • wie Sie erfrischt aus Teamsitzungen kommen
  • bereichert nach einem Arbeitstag nach Hause fahren
  • in der Kita/Schule selbst Kraft schöpfen können
  • dass Begegnungen und Entwicklungen jeden Tag neue Wunder hervorbringen
  • dass Ihr Wirken wirklich Sinn macht und Veränderungen erzeugt

dann ist es vielleicht Zeit, sich mit neuen, selbstlernenden Organisationsformen vertraut zu machen. Es erfordert sehr viel Umlernen der Erwachsenen, sich 100% Ernst zu nehmen und sich mit all seinen Ängsten, Wünschen, Grenzen und Bedürfnissen im Team zu zeigen. Aber der Lohn ist eine Arbeit, die sinnvoll ist & glücklich macht.

Gerne begleite ich Leitungskräfte, die Ideen, die in dem Buch:  Reinventing Organzations dargelegt sind, bei sich selbst in der Einrichtung zu entwickeln. Auf dem Mirabellenhof können Sie dazu tagen, sich weiterbilden und von der Nähe der Naturschule Barnim profitieren, die nach diesen Prinzipien arbeitet. Nehmen Sie gern mit mir Kontakt auf!

 

Buch- und Filmtipp: Ökonomie der Verbundenheit

Gerne begleite ich Organisationen und Teams in eine neue Vertrauenskultur. Durch meine Ausbildung bei Jesper Juul und dem Deutsch-Dänischen Institut in Berlin konnte ich erfahren, wie sich dieses neue Miteinander-Verbundensein, Empathie und Selbstführung anfühlt – und seitdem ist es meine Leidenschaft dies mit Kitas und Schulen gesellschaftlich zu verankern.

Dieses kleine Video von Charles Eisenstein hat mir die Augen geöffnet, wie direkt die Vertrauenskultur auf dem Grundgefühl fußt, dass wir alle miteinander verbunden sind und noch wichtiger – ich in mir mit allen mit meinen Anteilen, den bewußten und unbewußten, verbunden bin.

Die Vertrauenskultur verabschiedet sich von Mißtrauen und Kontrolle in den Menschen, aber sie hat eine Voraussetzung: Ich muss mich selbst in meiner Ganzheit spüren können. Wenn mich ein Grundgefühl bestimmt, dass ich nicht für meine Bedürfnisse und Grenzen sorgen kann, eine Art versteckte Opfermentalität, dann werde ich äußere Macht suchen – die Macht bestimmen zu können, die Macht entscheiden zu können, die Macht Dinge stoppen oder in Gang bringen zu können. Viele solcher Menschen landen in Leitungspositionen, denn da ist diese äußere Macht durch Hierarchie und Organisationskultur gegeben.

Auf diese äußeren Machtstrukturen kann ich erst verzichten, wenn ich mich selbst so gut in Verbindung mit mir und anderen fühle, dass ich die Erfahrung habe auch durch Beziehung und Verbundenheit, also durch Dialog und Kontakt, Dinge verändern zu können und für mich ausreichend gut gestalten zu können.

Es ist eine Art Selbstwirksamkeitserfahrung in Beziehung notwendig, damit wir darauf vertrauen können, dass zuerst ich selbst, dann in Folge auch die anderen, meine Grenzen und Bedürfnisse ernst nehmen und berücksichtigen. Und dass es nicht den jahrelang tradierten Widerspruch gibt, entweder ist es gut für mich oder für die Gruppe. Dies kann nur denken, wer sich unverbunden fühlt und noch nie gewagt hat zu erleben, wie sehr das Wohl des Einzelnen das Wohl der ganzen Gruppe fördert!

Reinventing Organization in einer Schule

Präsentation IEC 2018 Katrin Paul:
Gründung einer Schule mit dem Organisationskonzept von Laloux

Die Freie Naturschule Barnim in Deutschland hat in nur 3 Jahren einen „Schuleröffnungs-Marathon hingelegt“ und viele Menschen inspiriert und angezogen. Das Konzept und die Art der Vertrauenskultur stößt auf große Resonanz bei Pädagogen, Eltern und anderen Einrichtungen.

Ich freue mich schon sehr, zum zweiten Mal auf eine ganz besondere Konferenz in Ungarn Ende Mai 2018 zu fahren. Diesmal werde ich eine Präsentation zeigen, wie die Freie Naturschule Barnim konzeptionell mit Selbstorganisation, Sinnorientierung und Beziehungskompetenz arbeitet. In der Präsentation werde ich als Mitgründerin und Prozessberaterin aufzeigen, was diese Schule von anderen freien Schulen unterscheidet, denn die Gründung erfolgte von vorneherein mit dem Gedanken die im Buch Reinventing Organizations beschriebenen Prinzipien ganzheitlicher, selbstorganisierter und sinnorientierter Arbeit zu verwirklichen.

Die Schule hat einen Schwerpunkt auf Naturmentoring im Sinne John Youngs. Kindern wird es z.B. ermöglicht, jederzeit drinnen oder draußen zu sein und es gibt Wildnispädagogen im Team. Das Lern- und Lehrverständnis des Naturmentorings bringt Synergien für Selbstorganisation der Schüler und Beziehungskompetenz der Lehrer.

Als hilfreiche Orientierung für eine Atmoshäre von Offenheit, Vertrauen und Verantwortung im Team, mit Kindern und Eltern hat sich die Arbeit mit den vier Werten von Jesper Juul und Helle Jensen herausgestellt: Jedes Verhalten sollte so integer, persönlich verantwortlich, authentisch und gleichwürdig wie möglich erfolgen. Ein großer Erfolgsfaktor für das Gelingen der Schule ist nach meiner Meinung die Maxime „Beziehung vor Inhalt“, die bisher konsequent in der Gründung und Anfangsphase der Schule gelebt wurde. Es bleibt eine Herausforderung diese Haltung nun auch im Schulalltag beizubehalten – ebenso, dass jeder gut auf seine Grenzen aufpasst und sich nicht wegen des großen Aufgabendrucks überlastet.

In der Präsentation wird es auch darum gehen, wie Führung durch Erwachsene und Selbstbestimmung der Kinder im Konzept dieser Schule zusammengehen können. Kinder dürfen nicht alles selbst entscheiden und sind doch frei in ihren Lernwegen. Statt mit Regeln und Konsequenzen arbeiten die Lehrer mit gleichwürdiger Führung und der Fähigkeit, Kontakt im Dialog herzustellen – Kompetenzen, die allerdings von den pädagogischen Fachkräften unbedingt Weiterbildungen und Supervision in Beziehungskompetenz erfordern.

Zur Zeit besuchen 15 Schüler die Freie Naturschule Barnim, in den nächsten Jahren wird die Schule auf ca. 100 Schüler in den Klassenstufen 1 bis 10 anwachsen und hoffentlich auch ein freies Abitur anbieten. Das Konzept wächst und reift jeden Tag durch das unglaubliche Engagement der angestellten Lehrer und auch der Eltern, die sich in der Aufbauarbeit der Räume, des Geländes und in der Öffentlichkeitsarbeit engagieren.

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Wer mehr über die Konferenz wissen will, hierlang.

Zu den aktuellen Veranstaltungen auf dem Mirabellenhof geht es hierlang.

 

 

Eine neue Art der Zusammenarbeit im Team – ein Bilderbuch für Erwachsene

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So harmonisch, wie wir uns das wünschen, läuft es oft nicht in der Teamarbeit – aber hier kommt die Abhilfe zu energiefressenden Konflikten! Das illustrierte Buch des Bestellers zur Neuerfindung von Organisationen wie Kitas, Schulen, Firmen usw. ist da!!!!

Hier findet sich anschaulich dargestellt, wie sinnorientierte Zusammenarbeit in Zukunft aussehen kann – sozusagen die bebilderte Hausbibel aller innovativen Einrichtungen, die sich von Erziehung zu einer Beziehungskultur entwickeln. Und das nicht nur in Bezug auf die Kinder oder SchülerInnen, sondern auch auf die Art und Weise der Zusammenarbeit der Erwachsenen im Team.

Dafür biete ich Einrichtungen Prozessbegleitung an, denn diese wunderbar erfüllende Art der Zusammenarbeit erfordert persönliches Wachstum aller Beteiligten – so ungewoht ist es in Deutschland trotz bester Absichten wirklich persönliche Verantwortung für seine Bedürfnisse zu tragen und integer zu agieren.

https://www.buch7.de/store/product_details/1026444350

„Willkommen zu einem Gespräch über die Organisationen der Zukunft.
Die ermutigende Botschaft von Reinventing Organizations ist bei vielen Lesern in der ganzen Welt auf Resonanz gestoßen. So konnte die Aufmerksamkeit von den Problemen im Management auf die neuen Möglichkeiten der Zusammenarbeit gelenkt werden, die sich heute zeigen. Dieser innovative Ansatz inspiriert tausende Organisationen – Unternehmen und gemeinnützige Initiativen, Schulen und Krankenhäuser – darin, sich zutiefst wirkungsvolleren, seelenvolleren und sinnvolleren Praktiken zuzuwenden.

Reinventing Organizations hat viele Menschen erreicht, aber nicht jeder hat die Zeit, ein 360 Seiten dickes Managementbuch zu lesen. Diese illustrierte Ausgabe vermittelt deshalb die Kernideen des ausführlichen Buches und beschreibt lebendig und fesselnd viele der konkreten Geschichten. Es kann gut sein, dass es Ihnen schwerfallen wird, dieses Buch wieder aus den Händen zu legen, und Sie es in einem Zug durchlesen. Wir heißen Sie willkommen zum Gespräch über die Organisationen der Zukunft!

„Eine stimulierende und inspirierende Lektüre!“
Robert Kegan, Harvard University

„Ein bahnbrechendes Buch.“
Ken Wilber, Autor von Eine kurze Geschichte des Kosmos

https://www.buch7.de/store/product_details/1026444350

Wie Kinder lernen – Selbstorganisation der kindlichen Bildung aus Elternsicht

Wenn wir das Menschenbild vom kompetenten Kind (Jesper Juul) Ernst nehmen, dann ändert sich unsere Art, wie wir auf die Bildung von Kindern schauen. Es ist die Entwicklung von Erziehung zu Beziehung, vom „Inhalte in uninteressierte Kinder füllen“ zur Gestaltung von Selbstlernprozessen und Potentialentwicklung der Persönlichkeit.

In einer Vertrauenskultur, in der wir davon ausgehen, dass jedes Kind nichts lieber tut als Neues zu lernen und die Welt zu begreifen, benötigen wir keine festen Stundenpläne mehr sondern setzen auf Lernen durch intrinsinsche Motivation und Begeisterung.

Aber was bedeutet es konkret Vertrauen in Selbstlernprozesse von Kindern zu haben? Wie fühlt sich das Erleben und Aushalten der individuellen Lernwege der Kinder, was ja so schön klingt, für die Lernbegleiter oder gar Eltern an?

Heute erreichte mich der Brief einer Mutter, deren Kinder ein halbes Jahr in Deutschland eine freie Schule besuchen und ein halbes Jahr im Ausland Homeschooling machen. Ich finde ihre genaue Beobachtung und ihre Offenheit beeindruckend. Und diese Mutter hat etwas wichtiges gelernt – dass es gilt die eigene Angst auszuhalten und dass sich Vertrauen lohnt!

 

Ihr Lieben,

kurz nach unserem Seminar hatte ich gestern eine schöne Erfahrung mit Helene(9) (Name geändert) gemacht, die ich gern mit euch teilen möchte:

Seit unserer Rückkehr aus Deutschland, also seit August, hat sich Helene fast gar nicht mit Schreiben und allem was dazu gehört, beschäftigt. Das heißt, zuerst schon, denn sie schrieb gleich im August eine lange Geschichte auf im Computer. Aber danach dann MONATELANG gar nichts mehr. Mich hat das beunruhigt und anfangs hatte ich noch Versuche über Angebote gemacht, dann aber die Situation hingenommen. Vorgestern nun begann sie erneut, im Computer eine Geschichte zu schreiben, die sie sich selbst ausgedacht hat. Sie saß auch gestern den ganzen Tag daran – mit nur einigen Unterbrechungen, wozu z.B. ein kleiner Film gehörte, den sie anschaute, um das darin gesungene französische Lied zu lernen (sie lernt seit einiger Zeit ein wenig Französisch).

Es war ein langer Tag (wir haben übrigens grad Ferien). Sie gab mir die Geschichte zum Lesen. Abgesehen davon, dass sie alles klein und ohne Satzzeichen geschrieben hatte, war ich zunächst einmal beeindruckt von ihrer Rechtschreibung. Es gab so einige Wörter im Text, bei denen ich mich wunderte, woher sie wusste, wie sie geschrieben werden, weshalb ich zunächst dachte, sie hätte ein Rechtschreibprogramm benutzt – war aber nicht so. Mir wurde deutlich, dass sie wirklich ein Gefühl für die Schreibweise von Wörtern entwickelt hat. Sie sagt selbst, dass sie oft, wenn sie ein Wort schreibt, „spürt“, wenn da was nicht richtig ist – und dann verändert sie es bis es ok erscheint. Da wir überhaupt gar keine Rechtschreibübungen gemacht und ich ihr auch noch nie Tipps zu Rechtschreibregeln gegeben habe, muss das offensichtlich vom vielen Lesen kommen (sie verschlingt Bücher).

Später wollte sie die Geschichte ausdrucken und da fragte ich sie, ob sie nicht vorher die Sätze mit Punkten voneinander abtrennen wolle, weil es sonst für den Leser schwer sei, das Geschriebene zu verstehen. Obwohl sie sonst sehr oft Angebote ablehnt, war sie sofort einverstanden, bat aber um meine Hilfe. So saßen wir dann zusammen und sie hat Stück für Stück versucht, zu identifizieren, wo ein Satz aufhört und dann den Buchstaben des Satzanfangs groß geschrieben. Da ihr Text eine Unmenge wörtliche Rede enthielt, und sie auch schon ein wenig mitbekommen hatte, dass da gewisse Zeichen hinkommen, wurde das auch noch zu einem Thema. Und am Ende dann noch die Großschreibung der Namenwörter/ Substantive.

Da es schon spät war (nach 20 Uhr) und noch so viel Text vor uns lag, hatte ich ihr mehrfach vorgeschlagen, am Folgetag weiterzumachen, aber sie bestand darauf, dass wir fortfahren, weil sie es noch heute fertigbekommen wollte. Dabei war sie selbst schon sehr müde. Ab und zu bat sie mich, ob ich es nicht für sie machen könne, aber das lehnte ich jedes Mal ab. Und sie lehnte meine Vorschläge ab, dann halt morgen weiterzumachen.  Und so kämpften wir uns regelrecht durch den Text.

Letztendlich hat sie – wegen ihres Wunsches, die Geschichte auszudrucken – innerhalb einiger Stunden in Form eines regelrechten „Intensivprogramms“ mehrere Themen „behandelt“, die sonst verteilt und Stück für Stück in der Schule „drankommen“ würden – Satzzeichen (wann kommt Punkt, Fragezeichen, Ausrufezeichen), elementare Zeichensetzung bei wörtlicher Rede, Großschreibung Satzanfang und Substantive, andere Rechtschreibthemen – immer wenn es da irgendwo doch ein Wort gab, das mir, so wies da stand, in den Augen weh tat – sie konnte dann immer gleich identifizieren, was verändert werden musste. Themen wie die Nutzung wörtlicher Rede und die Verwendung von Adjektiven und Gefühlsäußerungen als Mittel um Geschichten spannend zu schreiben, wurden automatisch tangiert – da sie in ihrer Geschichte schon enthalten waren.

Sie hat all diese Themen nun ganz gewiss nicht zur Vollkommenheit gelernt, aber sie ist aus eigenem Antrieb entscheidende Lernschritte gegangen und die Art und Weise, wie das vor sich ging, gibt mir das Vertrauen, dass solche Lernprozesse – wenn die Notwendigkeit da ist – sehr schnell und intensiv verlaufen können und unter solchen Umständen sicher auch recht einprägsam ist. Noch zwei, drei solcher Situationen in ihrer Schulzeit und die genannten Themen „sitzen“ – ohne stundenlanges Auffordern zum Üben. Das fand sich schon sehr beeindruckend.

Was mir nun zunehmend mehr auffällt: Themen können monatelang nicht von Interesse sein (und das bereitet mir dann immer auf neue Sorgen, wenn ich an das TÄGLICHE Üben in der Schule denke). Und dann komm, wie aus dem Nichts, mal wieder eine intensive Phase, in der sich ein Kind einem solchen Thema widmet. Und dann ist sie irgendwann wieder vorbei, weil sie von einer ganz anderen Interessensphase abgelöst wird. Mit großer Wahrscheinlichkeit kehrt sie später, vielleicht auch viel später, mit Wucht erneut wieder.

 

 

Die Mutter arbeitet am Aufbau einer Freien Schule in Dresden mit. Wer Interesse hat, sich dort ebenfalls zu engagieren, der möge sich bei Patrice Hübsch oder Karen Reitz-Koncebovski melden.

Meine Traumschule eröffnet

eroffnung

 

Die Schule, die ich mitgegründet habe und dann noch bei uns auf dem Hof ihre ersten Schuljahre verbringt, wird am Samstag, den 7. Oktober 2017 nun feierlich eröffnet!

Wir sind stolz, dass wir es geschafft haben, unsere Visionen und Träume vom selbstbestimmten Lernen in der Natur und in sicheren Beziehungen ins Leben gerufen zu haben.

Am Nachmittag wird Tag der Offenen Tür auf unserem Hof/ im Schulgebäude sein und abends wird dann im Kulti laut gefeiert mit gaaanz viel toller Mucke… kommt doch vorbei und feiert mit!

Das Haus ist Programm

20170424_171013 (2)In dem von uns seit 3 Jahren sanierten altem Denkmal – dem Mirabellenhof in Biesenthal – ist nun Platz für Seminare, Teamsupervisionen und Workshops. Der Saal ist eröffnet und die Besonderheiten von Alt & Neu in dem Haus von 1756 laden ein, auch bei sich selbst zu schauen, was bewahrt werden soll und was erneuert werden muss. Das Haus ist also Programm…

 

 

http://mirabellenhof.de/index.php/teamsupervision-fortbildungen/

There is an abundance of good energy in the world

Welche Energie bringst Du in die Welt?
Dieser Text von Angela Halverson Bogo hat mich tief berührt und angesprochen, weil ich doch in der Alltagshektik oft in alte Muster verfalle, dass „Alles“ nicht reicht, die Zeit, das Geld usw.   – Eine schöne Erinnerung:  es ist Fülle und Überfluss da – jetzt leicht im Frühling in der Natur zu spüren – und ich bin eingeladen, das zu genießen!

This is for you! I am sending good energy right now as I write. There is an abundance of good energy in the world. By writing this I remind myself and I am inviting anyone who it speaks to, to notice. Notice the invitations to engage, to play, to be your truth, your love, to be real. There are a thousand moments a day to shift into awareness, awakeness, aliveness, gratitude. To shift by being the awareness, awakeness, aliveness, gratitude. By loving the self, taking care of the body, the inner child, to mother yourself, to do some tiny creative act. The struggle in life is over in the moment we act as the who we actually are. We are not victims. We are super powers incarnate.
A blessing is coming all the time. When I believe in goodness, a new world breaks through and beauty and possibility and support are everywhere. I received the original version of this message and re wrote it. Write your own if you wish. Is there something good, true or lovely you believe and can send out? Let if flow through you as you write and give it away to many, however many you want.
If you send to me I’ll be grateful. I don’t need you to, I don’t need anything! Be happy. You can ignore this message. It isn’t a test. You are god, source, life unfolding as this moment. What could you possibly need? Enjoy yourself.

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Nächste Workshops mit Angela hier

 

Das System verändern fängt bei mir selbst an

In vier Wochen startet die Weiterbildung „Neue Erziehungskultur leben – Verantwortung statt Gehorsam“. Eine Weiterbildung ohne  Fachvorträge und Hausarbeiten – sondern ein einjähriges, warmherziges, tragfähiges Coachingnetz für Deinen beruflichen und persönlichen Alltag.

Hier kannst Du persönliches Wachstum und Potenzialentfaltung ganz konkret an Dir selbst erleben, Hindernisse erkennen und neue Wege der Veränderung erfahren – das bieten die 6 Wochenenden mit je 2 Trainerinnen vom Deutsch-Dänischen Institut für Familientherapie und Beratung. Hier werden die Ideen großer Familientherapeuten wie Walther Kempler und Jesper Juul lebendig erfahrbar. Sozusagen Nachhilfe in Beziehungskompetenz, das Ausbildungsfach das bis heute kaum eine Rolle in pädagogischen und therapeutischen Berufen spielt und dennoch das Fundament gelingender Begegnungen im Berufsalltag ist.

Wie verändert man ein pädagogisches Denk- und Fühlsystem, dass äußerlich ganz modern daher kommt, aber innerlich noch auf vielen Grundsätzen aus dem 19. Jahrhundert basiert? Ja, es gibt keine Prügelstrafe mehr – aber das Anschreien von Kindern ist noch ganz normal vielen Schulen. Die pädagogischen Mittel sind subtiler und scheinbar freundlicher geworden – aber Lob und Strafe bleiben Formen von Manipulation, das ist den wenigsten Fachkräften und Eltern wirklich bewusst. Die neuen und jungen Werte von Integrität, Authentizität, Verantwortung und Gleichwürdigkeit sind gewünscht – aber nur wenige Menschen können sie umsetzen. Es wird Autorität mit Härte verwechselt oder Führungskompetenz abgelehnt, weil man nicht übergriffig sein möchte. So bleibt es bei Lippenbekenntnissen!

Einig sind sich die meisten, das sich noch was ändern muss – dass wir nur in wenigen Gemeinschaftseinrichtungen wirklich erleben, dass jedes Kind in seinem Sosein willkommen und respektiert ist. Dass wir kaum ahnen, welche Energien freigesetzt werden könnten, wenn wir nicht ständig mit Kontrolle und Regeldiskussionen beschäftigt wären. Welche Qualität sich in unseren Familien oder in Einrichtungen im Miteinander einstellen könnte. Kinder spüren diese neue Qualität des Miteinanders sofort und drücken die Entwicklung ihrer Eltern dann z.B. so aus:

„… In den letzten drei Jahren habe ich gelernt, „Ich will“ und „Ich will nicht“ zu sagen. „Ja“, wenn ich ja meine, und „Nein“, wenn ich nein meine. Doch, was so einfach klingt, ist in der Umsetzung ein langer Prozess. Denn die in meiner Herkunftsfamilie angeeigneten Muster bahnen sich immer wieder ihren Weg. Das bestätigt jeder Neurologe. Das ist biologisch. Aber abbaubar.

So überraschte mich unsere Tochter in diesem Sommer mit folgender Frage: „Kann Jesper Juul nicht auch die Leute in Korea beraten? Bei uns zu Hause hat es ja auch geklappt.“*

Das System ändert sich, wenn Du Dich änderst!
Investiere in Deine persönliche Entwicklung und Du wirst staunen, was möglich ist!

Beziehungskompetenz lautet das Zauberwort. Aber was ist das ganz genau?

Beziehungskompetenz – es geht um dich und mich und unsere Beziehung
Wenn es gut läuft, wenn ich mit sozial kompetenten Kindern zusammen bin, deren Integrität intakt ist, dann ist es leicht, beziehungskompetent zu sein. Dann geht es wie von selbst. Aber was passiert, wenn Philipp Sara haut?

In meinem Arbeitsalltag will ich gern ein gesundes und harmonisches pädagogisches Klima schaffen, wo die Kinder und ich uns wohl fühlen und „gedeihen“ können, wo ich das vermitteln kann, was ich gerne will. Aber was muss ich tun, wenn es Probleme gibt? Oder besser:

 Was passiert mit mir, wenn Phillip Sara schlägt?

 Was passiert mit mir, wenn ich nicht das tun kann, was ich gern tun will?

In solchen Situationen werde ich vielleicht wütend, bin irritiert, fühle mich machtlos, bin nervös, habe Zweifel, fühle mich unsicher, unterlegen oder ich fühle mich inkompetent. Ich habe Gefühle, die ich eventuell nicht mag oder auf die ich nicht wirklich stolz bin.

Oder vielleicht kenne ich mich gar nicht so gut aus mit meinen Gefühlen, bin gar nicht in der Lage, genau zu sagen, was ich fühle, sondern spüre tatsächlich nur ein deutliches Unbehagen. Aber auch diese Gefühle, die ich nicht wahrnehmen kann, verschwinden nicht einfach. Sie bleiben vielmehr im übertragenen Sinne heimatlos. Das hat zur Folge, dass sie sich bei den Kindern „platzieren“. Dann sind die Kinder allein damit. Und das ist ein Problem.

Wenn ich mich aber gut kenne und in der Lage bin, meine Gefühle zu identifizieren und zu benennen in einer solchen Situation, wenn Philipp Sara schlägt, dann weiß ich, dass das Auswirkungen hat auf mich und auf die Beziehung zu den Kindern. Es beeinflusst meine Stimmung und steht im Weg für einen guten Kontakt. Und das ist mein Anteil an diesem Problem.

Beziehungskompetenz heißt, seine Gefühle gut zu kennen. Es geht also auch darum, sich selbst gut zu kennen, sowohl die besten, als auch die weniger guten Eigenschaften. Die besten sind die, auf die wir stolz sind und die wir in unseren Lebenslauf schreiben. Aber was ist mit dem Zorn, den Irritationen oder der Machtlosigkeit usw.? Sind das die Gefühle, die wir eigentlich nicht haben dürfen oder die wir einfach beiseitelegen und möglichst ignorieren und verdrängen sollten? Oder sollten wir uns mit ihnen anfreunden und sie besser kennenlernen? Das ist in jedem Fall das, was ich empfehlen würde.

Wenn wir unsere Gefühle registrieren und anerkennen:
– laden wir Fehler und Verantwortung nicht auf die Kinder, was die Beziehung zu ihnen verändert.
– verändern sich die Gefühle und es gibt oft eine Erleichterung.
– bekommen wir eine nuancierte Sicht auf uns selbst und dies ist eine Voraussetzung für mehr und ebenfalls nuancierte Empathie.
– schaffen wir ein gutes Gegenmittel gegen Stress
– stärken wir unser Selbstgefühl und unsere Integrität
– bekommen wir Energie in dem Sinne, dass die Gefühle für uns anstatt gegen uns arbeiten.

Beziehungskompetenz heißt, sich selbst und andere zu sehen. Man kann sagen, wenn ich mich selbst sehen kann, habe ich bessere Voraussetzungen, um auch Sara und Philipp zu sehen. Und auf diese Weise kann ich ihnen helfen, ihre Selbsteinsicht und Beziehungskompetenz zu fördern, die notwendig ist, damit sie einen Weg finden, der ok ist für sie selbst und andere.

Manche können das einfach so. Sie haben offensichtlich ein angeborenes Talent. Aber die meisten von uns brauchen etwas Zeit, um dies zu lernen, oder besser, das zu trainieren. Denn Beziehungskompetenz ist nicht etwas, was man sich anlesen kann. Aber in der Regel kann man es lernen. Das ist meine Erfahrung!**

Es sind noch einige Plätze in dieser einmaligen Weiterbildung in Deutschland frei! Startwochenende ist 24. – 26.3.2017!
Hier geht es zu den Details der Weiterbildung.

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* FAZ-Artikel: Meine Erziehung zum Elternsein – http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/bei-jesper-juul-meine-erziehung-zum-elternsein-12727704-p5.html?printPagedArticle=true#pageIndex_5

** (Kurt Rasmussen, 01.09.2015)

Die hilflosen Fachkräfte – Auszeit als Strafe in Kitas noch sehr gängig!

Heute war ich mit meiner Kollegin Corinna Simpson in einer ErzieherInnenfachschule und wir haben einen Thementag „Herausfordernde Kinder“ durchgeführt. Wir waren beeindruckt von der Vielfältigkeit und den Lebenserfahrungen der Quereinsteiger in diesem Beruf – und schockiert, was die angehenden ErzieherInnen aus Praktika für Erfahrungen mitbrachten. Die Strafe „Auszeit“, die von Pampers empfohlen auf Facebook ein Entrüstungssturm auslöste (#pampersauszeit) – gehört in sehr vielen Kitas in Berlin zum normalen Alltag! Es scheint die einzige Lösung, wenn Kinder sich nicht anpassen und funktionieren. Und PraktikantInnen sind dann zwar irritiert, aber trauen sich nicht, den gestanden ErzieherInnen zu sagen, daß wir heute wissen, daß Bestrafung von Kindern weder zum Ziel führt noch mit unseren Werten von Gleichwürdigkeit und Gewaltlosigkeit vereinbar ist. Es gibt viel bessere Alternativen, die zu einem tragfähigem Frieden für Groß und Klein führen – aber dafür ist es notwendig, die Kinderperspektive verstehen zu wollen und davon auszugehen, dass Kinder niemanden mit ihrem Verhalten ärgern oder nerven wollen. Wenn wir beobachten und zuhören, Ihnen bessere Alternativen für Ihre tieferen Bedürfnisse anbieten – nehmen sie diese gerne an.

Die Herausforderung für die Erwachsenen scheint dabei zu sein, dass bisher das Funktionieren wichtiger war als die Befindlichkeit jedes einzelnen. Wir dürfen lockerer sein, Regeln sind ein Richtlinie, kein Durchsetzungsmuss für Fachkräfte. Viel würde sich entspannen, wenn Fachkräfte persönliche Verantwortung übernehmen und statt mit Macht abstrakte Regeln durchzusetzen. Das bedeutet dem einzelnen Kind zu sagen: „Ich will nicht, dass Du andere verletzt. Worüber hast Du Dich so geärgert? Wie kann ich Dir helfen? Habe ich etwas nicht mitbekommen?“ (statt „Du weißt doch ganz genau, dass wir hier nicht schlagen, das ist unsere Regel und die Regeln müssen alle einhalten! Warum verstehst Du das denn einfach nicht?“)

Und statt sich Hilfe als Fachkraft zu suchen („Warum komme ich hier an meine Grenzen? Mir fällt nichts mehr ein, wo ist meine Kreativität?) gibt es dann noch den absurden Weg, daß die Eltern mehr auf ihre Kinder einwirken sollten, damit die ErzieherInnen nicht mehr so viele Probleme mit diesen Kindern haben. Das ist Abgabe von Verantwortung. Eltern können nicht die Hilflosigkeit von ErzieherInnen lösen. Meistens sind ja auch die Eltern von diesen Kindern hilflos und bräuchten dringend Unterstützung statt Druck. Diese Form von Elternarbeit hat nichts mit einer gleichwürdigen, tragfähigen Zusammenarbeit zwischen ErzieherInnen und Fachkräften zu tun!

Hilfreich wäre es, Fachkräfte zu ermächtigen, Ihre ganze Person und Authentizität einzubringen. „Wie kann ich Kinder stoppen ohne selbst verletzend zu werden?“  und  „Darf ich laut werden?“ waren Fragen, die aufkamen – denn laut sein wird so schnell mit Gewalt assoziiert. Aber Lautwerden, wenn ich leise nicht gehört werde, hat nichts mit gewalttätig sein zu tun. Gewalt entsteht, wenn es mir nicht möglich ist, die Verantwortung für meine Gefühle zu übernehmen und ich impulsiv schreie, dabei bin ich in mir selbst abgeschnitten von einem Teil meiner Persönlichkeit. Gewalt entsteht, wenn die Wut Oberhand gewinnt und eigenmächtig handelt.

Es ist möglich, laut zu werden und dabei verantwortlich zu sein, die Wut zu spüren, aber auch mich selbst dabei aushalten und akzeptieren zu können. Das haben viele Menschen vielleicht noch nie in ihrem Leben erleben dürfen – wir finden dazu kaum Vorbilder, aber wir können es lernen und trainieren.

Die Auszeit-Strafe ist ein Symptom der Hilflosigkeit von Eltern und Fachkräften. Es ist ein Anzeichen von Zerrissenheit zwischen den Werten im Kopf und der Angst im Bauch, denn die meisten würden darauf nicht bestehen, wenn sie nur wüssten, was sie stattdessen tun könnten. Wie sich Gewalt von starkem authentisch-persönlichem Verhalten unterscheidet, dass ist ein Feld, das Fachkräfte dringend mehr für sich erforschen müssten.

Wer sich mit mehr mit der Basiskompetenz Authentizität auseinandersetzen will, für den könnte unser Seminar „authentiv play“ oder Führungstraining für Fachkräfte genau das Richtige sein – denn um neue Handlungsspielräume zu erforschen, müssen wir üben können und ausprobieren dürfen…

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Spring ins Leben – oder bleib in Deiner Komfortzone!

Warum sind andere erfolgreich? Warum gelingt manchen alles leicht und andere mühen sich Ihr Leben lang? Warum kann Erfolg irgendwann ein Selbstläufer werden? Ist Erfolg nur gewinnorientierten Menschen vorbehalten und in sozialen Berufen oder mit Deiner Idee nicht möglich?

Ich kann diese Erfahrung, dass Du irgendwann den großen Schritt wagen musst, voll und ganz teilen und andere nur ermutigen, sich gute Sprung-Coaches zu suchen. Denn ich persönlich hätte den Sprung in mein echtes, authentisches Leben nicht ohne sehr viel Ermutigung und Stütze von meinen „MeisterInnen“  geschafft. Ich wäre verzagt am Rande stehen geblieben! Was hätte ich verpasst!

Wenn Du den Sprung wagen willst, aber Dir die Knie noch zu sehr schlottern – Beratung kann Dein Leben ändern! Hole Dir Hilfe beim Sortieren, was wichtig und unwichtig in Deinem Leben ist, welche Entscheidungen Dir Angst machen, welche Ängste Dich ausbremsen und wie Du Dein Potential in die Welt bringen kannst. Statt auf dein Leben zu verzichten kannst Du Dir Unterstützung holen, Dein Leben zu gestalten! Dies ist der erste Schritt an der Klippe und die Vorbereitung zum Sprung in erfülltes Leben.

Und wenn Du spielerisch springen willst – jeden Moment als Sprung ins volle Leben begreifst – im Workshop authentic play kannst Du gefahrlos ein Wochenende Springen üben – aber es könnte den Rest Deines Lebens nachhaltig verändern…

Dem Druck der Eltern folgen? Warum PädagogInnen ihre Fachkompetenz verlieren, wenn sie sich dem gesellschaftlichen Druck beugen

Ein hervorragender Artikel über Eltern, die nur das Beste wollen für ihre Kinder und am Ende genau dadurch Schaden anrichten! Eltern sind wie sie sind…aber warum spielen PädagogInnen das kranke Spiel mit? Warum ist der Elterndruck so mächtig und die fachliche Kompetenz von ErzieherInnen und LehrerInnen so leise in den eigenen vier Wänden der Institution? Ja, es wäre natürlich bequem, wenn sich Eltern entspannen könnten, ABER es ist genauso zielführend, wenn Fachkräfte sich selbst und die Angst der Eltern warmherzig ernster nehmen können. Dazu braucht es Stärkung der Beziehungskompetenz der Fachkräfte, damit sie integer und authentisch diesen „Druck-Eltern“ begegnen können!

 

https://www.welt.de/vermischtes/article152811110/Wenn-die-Foerderwut-der-Eltern-die-Kinder-krank-macht.html

 

Für eine neue Beziehungskultur in Kita & Schule

Für eine neue Beziehungskultur in Kita & Schule: Heute ist Preisverleihung in Zürich! Der Text spricht mir aus dem Herzen und ist wirklich eine knackige Zusammenfassung des neuen Paradigmas in der Erziehung:

„Wir von der Gofen Stiftung sind überzeugt, dass der Paradigmenwechsel in der Erziehung eine sehr wichtige Rolle spielt und haben uns aus diesem Grund entschlossen, mit der Verleihung eines Preises zur Bekanntmachung, Verbreitung und
Weiterentwicklung des neuen Paradigmas beizutragen…

Seit einigen Jahrzehnten findet im Bereich der Erziehung ein Paradigmenwechsel statt. Autoren wie Thomas Gordon, Jesper Juul, Remo Largo und Gerald Hüther haben neue
Arten des Umgangs mit Kindern beschrieben und international viel Anklang gefunden..

Das neue Paradigma
Das neue Paradigma ist vielschichtig und nicht immer leicht zugänglich. Die meisten von uns haben eine Erziehung erfahren, die auf anderen, z.T. entgegengesetzten Werten beruht und da wir durch unsere frühen Erfahrungen geprägt sind, erscheint unseine andere Art der Erziehung zuerst einmal fremd.

Die wichtigsten Punkte des neuen Paradigmas sind:

a. Das Kind ist kompetent
Früher war man der Überzeugung, dass das Kleinkind unfertig und unsozial ist und erst durch die Belehrung der Erwachsenen zu einem richtigen Menschen wird. Heute weiss man, dass Kinder von Geburt an Menschen sind, denen nur die Erfahrung fehlt. Sie
sollten deshalb weniger belehrt, als viel mehr ernst genommen werden.

b. Vom Gehorsam zur Verantwortung
Das Ziel des neuen Paradigmas ist, Kindern zu ermöglichen, nicht bedingungslos das
zu tun, was Erwachsene von ihnen verlangen, sondern selber, unter Begleitung von
Erwachsenen, zu lernen, selbständig zu denken und zu handeln, selber Verantwortung zu übernehmen, und selber Entscheidungen zu treffen. Was früher Subjekt – Objekt Beziehungen waren, sind heute Subjekt – Subjekt Beziehungen geworden.

c. Gleichwürdigkeit und Respekt
Die Beziehung zwischen Erwachsenem und Kind verändert sich grundlegend. Der Erwachsene ist nicht mehr a priori überlegen und weiss alles besser, er zwingt dem Kind nicht mehr seine Ansichten auf, sondern anerkennt die Art des Kindes, und
respektiert es als eigenständiges Individuum.

d. Von Erziehung zu Beziehung
Im neuen Paradigma fragt man sich nicht mehr, wie man das Kind am effektivsten erzieht, sondern wie man eine ehrliche Beziehung zu ihm aufbaut.

e. Von formeller Autorität zu persönlicher Autorität
Beim neuen Paradigma hat der Erwachsene nicht einfach nur wegen seines Alters und seiner Erfahrung Autorität, er muss sich die Autorität durch seine Persönlichkeit und eine kompetente Art der Führung „verdienen“.

Den Preis bekommt Jean-Paul Munsch für sein Schulmodell für öffentliche Schulen, die diese Werte umsetzen! Herzlichen Glückwunsch und dass viele Kitas & Schulen diesen Weg gehen mögen! Mittwoch, 28. September findet um 20.00h im Weissen Wind in Zürich die Preisverleihung statt.

Wie das Schulmodell genau aussieht? Hier zum vorherigen Blogartikel zu diesem Thema
Zu Fortbildungen für pädagogische Fachkräfte rund um das neue Paradigma siehe auch alle Veranstaltungen von „beziehungskompetent in Kita & Schule“ auf dem Mirabellenhof.