Eine neue Art der Zusammenarbeit im Team – ein Bilderbuch für Erwachsene

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So harmonisch, wie wir uns das wünschen, läuft es oft nicht in der Teamarbeit – aber hier kommt die Abhilfe zu energiefressenden Konflikten! Das illustrierte Buch des Bestellers zur Neuerfindung von Organisationen wie Kitas, Schulen, Firmen usw. ist da!!!!

Hier findet sich anschaulich dargestellt, wie sinnorientierte Zusammenarbeit in Zukunft aussehen kann – sozusagen die bebilderte Hausbibel aller innovativen Einrichtungen, die sich von Erziehung zu einer Beziehungskultur entwickeln. Und das nicht nur in Bezug auf die Kinder oder SchülerInnen, sondern auch auf die Art und Weise der Zusammenarbeit der Erwachsenen im Team.

Dafür biete ich Einrichtungen Prozessbegleitung an, denn diese wunderbar erfüllende Art der Zusammenarbeit erfordert persönliches Wachstum aller Beteiligten – so ungewoht ist es in Deutschland trotz bester Absichten wirklich persönliche Verantwortung für seine Bedürfnisse zu tragen und integer zu agieren.

https://www.buch7.de/store/product_details/1026444350

„Willkommen zu einem Gespräch über die Organisationen der Zukunft.
Die ermutigende Botschaft von Reinventing Organizations ist bei vielen Lesern in der ganzen Welt auf Resonanz gestoßen. So konnte die Aufmerksamkeit von den Problemen im Management auf die neuen Möglichkeiten der Zusammenarbeit gelenkt werden, die sich heute zeigen. Dieser innovative Ansatz inspiriert tausende Organisationen – Unternehmen und gemeinnützige Initiativen, Schulen und Krankenhäuser – darin, sich zutiefst wirkungsvolleren, seelenvolleren und sinnvolleren Praktiken zuzuwenden.

Reinventing Organizations hat viele Menschen erreicht, aber nicht jeder hat die Zeit, ein 360 Seiten dickes Managementbuch zu lesen. Diese illustrierte Ausgabe vermittelt deshalb die Kernideen des ausführlichen Buches und beschreibt lebendig und fesselnd viele der konkreten Geschichten. Es kann gut sein, dass es Ihnen schwerfallen wird, dieses Buch wieder aus den Händen zu legen, und Sie es in einem Zug durchlesen. Wir heißen Sie willkommen zum Gespräch über die Organisationen der Zukunft!

„Eine stimulierende und inspirierende Lektüre!“
Robert Kegan, Harvard University

„Ein bahnbrechendes Buch.“
Ken Wilber, Autor von Eine kurze Geschichte des Kosmos

https://www.buch7.de/store/product_details/1026444350

Wie Kinder lernen – Selbstorganisation der kindlichen Bildung aus Elternsicht

Wenn wir das Menschenbild vom kompetenten Kind (Jesper Juul) Ernst nehmen, dann ändert sich unsere Art, wie wir auf die Bildung von Kindern schauen. Es ist die Entwicklung von Erziehung zu Beziehung, vom „Inhalte in uninteressierte Kinder füllen“ zur Gestaltung von Selbstlernprozessen und Potentialentwicklung der Persönlichkeit.

In einer Vertrauenskultur, in der wir davon ausgehen, dass jedes Kind nichts lieber tut als Neues zu lernen und die Welt zu begreifen, benötigen wir keine festen Stundenpläne mehr sondern setzen auf Lernen durch intrinsinsche Motivation und Begeisterung.

Aber was bedeutet es konkret Vertrauen in Selbstlernprozesse von Kindern zu haben? Wie fühlt sich das Erleben und Aushalten der individuellen Lernwege der Kinder, was ja so schön klingt, für die Lernbegleiter oder gar Eltern an?

Heute erreichte mich der Brief einer Mutter, deren Kinder ein halbes Jahr in Deutschland eine freie Schule besuchen und ein halbes Jahr im Ausland Homeschooling machen. Ich finde ihre genaue Beobachtung und ihre Offenheit beeindruckend. Und diese Mutter hat etwas wichtiges gelernt – dass es gilt die eigene Angst auszuhalten und dass sich Vertrauen lohnt!

 

Ihr Lieben,

kurz nach unserem Seminar hatte ich gestern eine schöne Erfahrung mit Helene(9) (Name geändert) gemacht, die ich gern mit euch teilen möchte:

Seit unserer Rückkehr aus Deutschland, also seit August, hat sich Helene fast gar nicht mit Schreiben und allem was dazu gehört, beschäftigt. Das heißt, zuerst schon, denn sie schrieb gleich im August eine lange Geschichte auf im Computer. Aber danach dann MONATELANG gar nichts mehr. Mich hat das beunruhigt und anfangs hatte ich noch Versuche über Angebote gemacht, dann aber die Situation hingenommen. Vorgestern nun begann sie erneut, im Computer eine Geschichte zu schreiben, die sie sich selbst ausgedacht hat. Sie saß auch gestern den ganzen Tag daran – mit nur einigen Unterbrechungen, wozu z.B. ein kleiner Film gehörte, den sie anschaute, um das darin gesungene französische Lied zu lernen (sie lernt seit einiger Zeit ein wenig Französisch).

Es war ein langer Tag (wir haben übrigens grad Ferien). Sie gab mir die Geschichte zum Lesen. Abgesehen davon, dass sie alles klein und ohne Satzzeichen geschrieben hatte, war ich zunächst einmal beeindruckt von ihrer Rechtschreibung. Es gab so einige Wörter im Text, bei denen ich mich wunderte, woher sie wusste, wie sie geschrieben werden, weshalb ich zunächst dachte, sie hätte ein Rechtschreibprogramm benutzt – war aber nicht so. Mir wurde deutlich, dass sie wirklich ein Gefühl für die Schreibweise von Wörtern entwickelt hat. Sie sagt selbst, dass sie oft, wenn sie ein Wort schreibt, „spürt“, wenn da was nicht richtig ist – und dann verändert sie es bis es ok erscheint. Da wir überhaupt gar keine Rechtschreibübungen gemacht und ich ihr auch noch nie Tipps zu Rechtschreibregeln gegeben habe, muss das offensichtlich vom vielen Lesen kommen (sie verschlingt Bücher).

Später wollte sie die Geschichte ausdrucken und da fragte ich sie, ob sie nicht vorher die Sätze mit Punkten voneinander abtrennen wolle, weil es sonst für den Leser schwer sei, das Geschriebene zu verstehen. Obwohl sie sonst sehr oft Angebote ablehnt, war sie sofort einverstanden, bat aber um meine Hilfe. So saßen wir dann zusammen und sie hat Stück für Stück versucht, zu identifizieren, wo ein Satz aufhört und dann den Buchstaben des Satzanfangs groß geschrieben. Da ihr Text eine Unmenge wörtliche Rede enthielt, und sie auch schon ein wenig mitbekommen hatte, dass da gewisse Zeichen hinkommen, wurde das auch noch zu einem Thema. Und am Ende dann noch die Großschreibung der Namenwörter/ Substantive.

Da es schon spät war (nach 20 Uhr) und noch so viel Text vor uns lag, hatte ich ihr mehrfach vorgeschlagen, am Folgetag weiterzumachen, aber sie bestand darauf, dass wir fortfahren, weil sie es noch heute fertigbekommen wollte. Dabei war sie selbst schon sehr müde. Ab und zu bat sie mich, ob ich es nicht für sie machen könne, aber das lehnte ich jedes Mal ab. Und sie lehnte meine Vorschläge ab, dann halt morgen weiterzumachen.  Und so kämpften wir uns regelrecht durch den Text.

Letztendlich hat sie – wegen ihres Wunsches, die Geschichte auszudrucken – innerhalb einiger Stunden in Form eines regelrechten „Intensivprogramms“ mehrere Themen „behandelt“, die sonst verteilt und Stück für Stück in der Schule „drankommen“ würden – Satzzeichen (wann kommt Punkt, Fragezeichen, Ausrufezeichen), elementare Zeichensetzung bei wörtlicher Rede, Großschreibung Satzanfang und Substantive, andere Rechtschreibthemen – immer wenn es da irgendwo doch ein Wort gab, das mir, so wies da stand, in den Augen weh tat – sie konnte dann immer gleich identifizieren, was verändert werden musste. Themen wie die Nutzung wörtlicher Rede und die Verwendung von Adjektiven und Gefühlsäußerungen als Mittel um Geschichten spannend zu schreiben, wurden automatisch tangiert – da sie in ihrer Geschichte schon enthalten waren.

Sie hat all diese Themen nun ganz gewiss nicht zur Vollkommenheit gelernt, aber sie ist aus eigenem Antrieb entscheidende Lernschritte gegangen und die Art und Weise, wie das vor sich ging, gibt mir das Vertrauen, dass solche Lernprozesse – wenn die Notwendigkeit da ist – sehr schnell und intensiv verlaufen können und unter solchen Umständen sicher auch recht einprägsam ist. Noch zwei, drei solcher Situationen in ihrer Schulzeit und die genannten Themen „sitzen“ – ohne stundenlanges Auffordern zum Üben. Das fand sich schon sehr beeindruckend.

Was mir nun zunehmend mehr auffällt: Themen können monatelang nicht von Interesse sein (und das bereitet mir dann immer auf neue Sorgen, wenn ich an das TÄGLICHE Üben in der Schule denke). Und dann komm, wie aus dem Nichts, mal wieder eine intensive Phase, in der sich ein Kind einem solchen Thema widmet. Und dann ist sie irgendwann wieder vorbei, weil sie von einer ganz anderen Interessensphase abgelöst wird. Mit großer Wahrscheinlichkeit kehrt sie später, vielleicht auch viel später, mit Wucht erneut wieder.

 

 

Die Mutter arbeitet am Aufbau einer Freien Schule in Dresden mit. Wer Interesse hat, sich dort ebenfalls zu engagieren, der möge sich bei Patrice Hübsch oder Karen Reitz-Koncebovski melden.

Das System verändern fängt bei mir selbst an

In vier Wochen startet die Weiterbildung „Neue Erziehungskultur leben – Verantwortung statt Gehorsam“. Eine Weiterbildung ohne  Fachvorträge und Hausarbeiten – sondern ein einjähriges, warmherziges, tragfähiges Coachingnetz für Deinen beruflichen und persönlichen Alltag.

Hier kannst Du persönliches Wachstum und Potenzialentfaltung ganz konkret an Dir selbst erleben, Hindernisse erkennen und neue Wege der Veränderung erfahren – das bieten die 6 Wochenenden mit je 2 Trainerinnen vom Deutsch-Dänischen Institut für Familientherapie und Beratung. Hier werden die Ideen großer Familientherapeuten wie Walther Kempler und Jesper Juul lebendig erfahrbar. Sozusagen Nachhilfe in Beziehungskompetenz, das Ausbildungsfach das bis heute kaum eine Rolle in pädagogischen und therapeutischen Berufen spielt und dennoch das Fundament gelingender Begegnungen im Berufsalltag ist.

Wie verändert man ein pädagogisches Denk- und Fühlsystem, dass äußerlich ganz modern daher kommt, aber innerlich noch auf vielen Grundsätzen aus dem 19. Jahrhundert basiert? Ja, es gibt keine Prügelstrafe mehr – aber das Anschreien von Kindern ist noch ganz normal vielen Schulen. Die pädagogischen Mittel sind subtiler und scheinbar freundlicher geworden – aber Lob und Strafe bleiben Formen von Manipulation, das ist den wenigsten Fachkräften und Eltern wirklich bewusst. Die neuen und jungen Werte von Integrität, Authentizität, Verantwortung und Gleichwürdigkeit sind gewünscht – aber nur wenige Menschen können sie umsetzen. Es wird Autorität mit Härte verwechselt oder Führungskompetenz abgelehnt, weil man nicht übergriffig sein möchte. So bleibt es bei Lippenbekenntnissen!

Einig sind sich die meisten, das sich noch was ändern muss – dass wir nur in wenigen Gemeinschaftseinrichtungen wirklich erleben, dass jedes Kind in seinem Sosein willkommen und respektiert ist. Dass wir kaum ahnen, welche Energien freigesetzt werden könnten, wenn wir nicht ständig mit Kontrolle und Regeldiskussionen beschäftigt wären. Welche Qualität sich in unseren Familien oder in Einrichtungen im Miteinander einstellen könnte. Kinder spüren diese neue Qualität des Miteinanders sofort und drücken die Entwicklung ihrer Eltern dann z.B. so aus:

„… In den letzten drei Jahren habe ich gelernt, „Ich will“ und „Ich will nicht“ zu sagen. „Ja“, wenn ich ja meine, und „Nein“, wenn ich nein meine. Doch, was so einfach klingt, ist in der Umsetzung ein langer Prozess. Denn die in meiner Herkunftsfamilie angeeigneten Muster bahnen sich immer wieder ihren Weg. Das bestätigt jeder Neurologe. Das ist biologisch. Aber abbaubar.

So überraschte mich unsere Tochter in diesem Sommer mit folgender Frage: „Kann Jesper Juul nicht auch die Leute in Korea beraten? Bei uns zu Hause hat es ja auch geklappt.“*

Das System ändert sich, wenn Du Dich änderst!
Investiere in Deine persönliche Entwicklung und Du wirst staunen, was möglich ist!

Beziehungskompetenz lautet das Zauberwort. Aber was ist das ganz genau?

Beziehungskompetenz – es geht um dich und mich und unsere Beziehung
Wenn es gut läuft, wenn ich mit sozial kompetenten Kindern zusammen bin, deren Integrität intakt ist, dann ist es leicht, beziehungskompetent zu sein. Dann geht es wie von selbst. Aber was passiert, wenn Philipp Sara haut?

In meinem Arbeitsalltag will ich gern ein gesundes und harmonisches pädagogisches Klima schaffen, wo die Kinder und ich uns wohl fühlen und „gedeihen“ können, wo ich das vermitteln kann, was ich gerne will. Aber was muss ich tun, wenn es Probleme gibt? Oder besser:

 Was passiert mit mir, wenn Phillip Sara schlägt?

 Was passiert mit mir, wenn ich nicht das tun kann, was ich gern tun will?

In solchen Situationen werde ich vielleicht wütend, bin irritiert, fühle mich machtlos, bin nervös, habe Zweifel, fühle mich unsicher, unterlegen oder ich fühle mich inkompetent. Ich habe Gefühle, die ich eventuell nicht mag oder auf die ich nicht wirklich stolz bin.

Oder vielleicht kenne ich mich gar nicht so gut aus mit meinen Gefühlen, bin gar nicht in der Lage, genau zu sagen, was ich fühle, sondern spüre tatsächlich nur ein deutliches Unbehagen. Aber auch diese Gefühle, die ich nicht wahrnehmen kann, verschwinden nicht einfach. Sie bleiben vielmehr im übertragenen Sinne heimatlos. Das hat zur Folge, dass sie sich bei den Kindern „platzieren“. Dann sind die Kinder allein damit. Und das ist ein Problem.

Wenn ich mich aber gut kenne und in der Lage bin, meine Gefühle zu identifizieren und zu benennen in einer solchen Situation, wenn Philipp Sara schlägt, dann weiß ich, dass das Auswirkungen hat auf mich und auf die Beziehung zu den Kindern. Es beeinflusst meine Stimmung und steht im Weg für einen guten Kontakt. Und das ist mein Anteil an diesem Problem.

Beziehungskompetenz heißt, seine Gefühle gut zu kennen. Es geht also auch darum, sich selbst gut zu kennen, sowohl die besten, als auch die weniger guten Eigenschaften. Die besten sind die, auf die wir stolz sind und die wir in unseren Lebenslauf schreiben. Aber was ist mit dem Zorn, den Irritationen oder der Machtlosigkeit usw.? Sind das die Gefühle, die wir eigentlich nicht haben dürfen oder die wir einfach beiseitelegen und möglichst ignorieren und verdrängen sollten? Oder sollten wir uns mit ihnen anfreunden und sie besser kennenlernen? Das ist in jedem Fall das, was ich empfehlen würde.

Wenn wir unsere Gefühle registrieren und anerkennen:
– laden wir Fehler und Verantwortung nicht auf die Kinder, was die Beziehung zu ihnen verändert.
– verändern sich die Gefühle und es gibt oft eine Erleichterung.
– bekommen wir eine nuancierte Sicht auf uns selbst und dies ist eine Voraussetzung für mehr und ebenfalls nuancierte Empathie.
– schaffen wir ein gutes Gegenmittel gegen Stress
– stärken wir unser Selbstgefühl und unsere Integrität
– bekommen wir Energie in dem Sinne, dass die Gefühle für uns anstatt gegen uns arbeiten.

Beziehungskompetenz heißt, sich selbst und andere zu sehen. Man kann sagen, wenn ich mich selbst sehen kann, habe ich bessere Voraussetzungen, um auch Sara und Philipp zu sehen. Und auf diese Weise kann ich ihnen helfen, ihre Selbsteinsicht und Beziehungskompetenz zu fördern, die notwendig ist, damit sie einen Weg finden, der ok ist für sie selbst und andere.

Manche können das einfach so. Sie haben offensichtlich ein angeborenes Talent. Aber die meisten von uns brauchen etwas Zeit, um dies zu lernen, oder besser, das zu trainieren. Denn Beziehungskompetenz ist nicht etwas, was man sich anlesen kann. Aber in der Regel kann man es lernen. Das ist meine Erfahrung!**

Es sind noch einige Plätze in dieser einmaligen Weiterbildung in Deutschland frei! Startwochenende ist 24. – 26.3.2017!
Hier geht es zu den Details der Weiterbildung.

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* FAZ-Artikel: Meine Erziehung zum Elternsein – http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/bei-jesper-juul-meine-erziehung-zum-elternsein-12727704-p5.html?printPagedArticle=true#pageIndex_5

** (Kurt Rasmussen, 01.09.2015)