Konflikte im Team – Wann ist Zusammenarbeit nicht mehr sinnvoll?

In meiner Arbeit mit engagierten Kita- und Schulteams hat sich immer wieder herausgestellt, dass jenseits aller persönlichen Ab- und Zuneigungen es ein paar ganz grosse Stolpersteine gibt, die zu hohem Energieverlust, ständige Reibereien, ungelösten Konflikten und mangelnder Effizienz im Team führen.

Im pädagogischen Alltag hat die Erfahrung gezeigt, dass Pädagogen auf drei Ebenen Kompetenzen mitbringen müssen, damit ihnen ihr Beruf gelingt:

    1. fachliche Kompetenz (Wissen, Vermittlungswissen)
    2. eine bewusste pädagogische Haltung (will ich Erziehung oder Beziehung?, müssen Kinder zum Lernen gezwungen werden oder lernen sie intrinsisch?, brauchen Kinder Führung oder Selbstbestimmung?, braucht es Lob/Strafe oder Anerkennung? usw.)
    3. Beziehungskompetenz
      da Arbeit im Team und Lernen immer in zwischenmenschlichen Beziehungen stattfindet, entscheidet diese Kompetenz darüber, ob ich diese Beziehungen bewusst gestalten kann

Leider scheint es im Alltag oft so zu sein, dass eine rein fachliche Kompetenz der PädagogInnen ausreichend scheint. Nur dies ist Einstellungsvoraussetzung seitens des Schulamtes. Bis vor kurzem schien die pädagogische Haltung Privatsache zu sein und die Beziehungskompetenz ein Talent, dass einem zufällig gegeben wurde oder nicht.

Diese Einschätzung ändert sich langsam. Und ich kann allen pädagogischen Einrichtungen nur empfehlen, bei Einstellungsgesprächen auf alle drei Ebenen der Fachlichkeit gleichermaßen zu achten.

Es gibt Teams, in denen pragmatisch nebeneinanderher gearbeitet wird, aber eine echte Teamarbeit, in der Menschen cokreativ Neues entstehen lassen können und sich selbst in Wachstumsprozesse begeben – das ist nur möglich, wenn im Team die Menschen auf allen drei Ebenen der Fachlichkeit zusammenpassen.

Cokreativität & Selbstorganisation braucht ein Passung im Team auf allen 3 Ebenen der Fachlichkeit.

Damit müssen wir anerkennen, dass es bei jedem Einzelnen bestimmter persönlicher Voraussetzungen bedarf, damit aus einem Gegeneinander ein Miteinander im Team und mit den Kindern wird.

Niemand ist perfekt und auch ErzieherInnen und LehrerInnen sind nur Menschen, dennoch braucht es im pädagogischen Alltag berufliche Kompetenzen, die unabdingbar sind. Genau wie Arzt über medizinisches Wissen verfügen MUSS und dies nicht eine Frage des persönlichen Geschmacks sein darf.

Wer für alles offen ist, ist nicht ganz dicht

Gilt diese Weisheit auch für moderne Teams? Dürfen Teams sich abgrenzen, klar sein und sagen: „Du bist ein wunderbarer Mensch, vielleicht sogar fachlich sehr kompetent, aber zur Zeit hast Du diese und diese Beziehungs-Kompetenz nicht und deshalb können und wollen wir nicht mir Dir zusammenarbeiten.“? Meine Standpunkt dazu ist JA. Dies braucht eine Einrichtung um klar zu sein und sinnorientiert zusammenarbeiten zu können.

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Unter der pädagogischer Haltung (Beziehung statt Erziehung) verstehe ich:

  • Die für die Organisation gültigen Werte. Nach meiner Empfehlung wären es  die vier Werte nach Jesper Juul: Integrität, Selbstverantwortung, Authentizität und Gleichwürdigkeit, diese Werte müssen wichtiger im Alltagshandeln sein als gutes Benehmen, Harmonie, Nettigkeit,  Ansehen, Strategie u.v.m.
  • Der Glaube, dass es persönliche Grenzen gibt und diese sinnvoll sind
  • Die Einstellung, das Kinder Führung auf Augenhöhe von Erwachsenen mit persönlichen Grenzen brauchen statt grenzenloser Freiheit
  • Die Einstellung, das ich als Erzieher/Lehrer auch nur Lernender bin, besonders in Bezug auf Selbstverantwortung und den Umgang mit meinen persönlichen Grenzen

 

Unter fachpersönlichen Beziehungskompetenzen verstehe ich:

  • Umgang mit Überforderung
    die Fähigkeit zu erkennen, wann ich überfordert bin = existenziell ängstlich/hilflos werde und innerlich aussteige und die Fähigkeit dazu wenigstens eine Meldung im Team zu machen/Rückmeldung von anderen dazu anzunehmen (denn Angst ist kein guter Handlungsgrund in einer Vertrauenskultur, aber das Reden über meine Angst kann ein
    wunderbarer Motor für Begegnung, Prozesse und Veränderungen sein)
  • Umgang mit Konflikten
    • Die Einstellung, das Konflikte zwar Angst machen, aber das ich meinen Mut zusammennehmen kann und aktiv in Konfliktlöseprozesse gehen kann. Dazu braucht es
      • die Fähigkeit jedes einzelnen, Verhalten und Person innerlich zu trennen und sein Verhalten verhandelbar zu machen.
      • den Mut, persönlich und konkret meine Perspektive zu schildern, Aussagen über mich zu machen und auch noch neugierig zu sein auf die Perspektive des Anderen (nicht entrüstet und empört, wie der andere so sein kann).
    • Es braucht unbedingte Ergebnisoffenheit für einen Dialog, keine Vorwegnahme der Lösung/Entscheidung.
      Bewertung und Interpretation von meiner Wahrnehmung zu trennen und zu mir zunehmen
      • den Mut, sich vom Richtig/Falsch-Denken und Moral zu lösen und nach innerer Stimmigkeit (Authentizität) zu suchen und diese auszudrücken – was immer für ein Gefühl/Gedanke da ist, ist subjektiv richtig und darf ausgesprochen werden! Dies bringt emotionale Wahrheit und Transparenz in Gruppen, es darf auch das Unmögliche (über mich selbst! – in persönlicher Sprache ) gesagt werden.
      Abschied vom Nett-Sein, sondern Liebe zu den vier Werten Jepser Juuls (Integrität, Selbstverantwortung, Authentizität und Gleichwürdigkeit)
      und die Erfahrung, dass diese Werte die Basis eines tiefen Miteinanders sind und Menschen zueinander, nicht auseinander bringen
      • den Mut, dass ich nicht von allen gemocht werden werden muss
      • den Mut, Fehler zu machen und dazu hinterher zu stehen
      • den Mut, sich nicht zu verbiegen, auch wenn man die/der Einzige ist, der…
      Präsenz in der Gruppe zeigen
      Den Mut, unbedingt präsent zu sein, Resonanz/Anerkennung zu geben und den Raum zu halten, was auch immer in der Gruppe passiert (jeder, der sich innerlich verabschiedet geht aus seiner persönlichen Verantwortung und wird Mit-Täter durch Nichts-Tun) – wenn dies nicht möglich ist, dann hat jeder einzelne die persönliche Verantwortung zu melden, dass er überfordert ist und Hilfe braucht
      Erfahrung mit Vertrauenskultur
      Vertrauenskultur braucht ein Mindestmaß an positiven Grunderfahrungen in andere Menschen / in persönliche Prozesse und Gruppenprozesse. Wer das nicht mitbringt, ist im Opfer/Tätermodus gefangen. Dann braucht es das Wissen/die Empathie der Anderen, dass zu grosse existenzielle Angst vor Ablehnung/Vernichtung in Beziehungen einen echten Kontakt, Begegnung und Dialog verhindert. Für diese Menschen muss zuerst emotionale Sicherheit hergestellt werden bevor eine Zusammenarbeit mit Dialog und offenen Konflikten überhaupt möglich ist.

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Es gibt Menschen, die diese Punkte nicht unterschreiben würden oder zwar unterschreiben, aber durch ihre tatsächlichen Handlungen alltäglich konterkarieren. Wir brauchen alle diese Fähigkeiten nicht perfekt zu können – aber wir brauchen die Einstellung, dass ich genau das lernen will – nicht theoretisch, sondern genau beim nächsten Konflikt. Ohne diesen Wunsch, mich dahin zu entwickeln hat Zusammenarbeit in einem Team keinen echten Sinn.

Ich kenne viele Menschen, die aus nachvollziehbaren Gründen zur Zeit nicht in der Lage sind, Konflikte aktiv anzugehen oder wahrzunehmen, wann ihr Nervensystem in den Panikmodus kommt. Oder das Menschenbild der handelnden Personen weicht zu weit voneinander ab und dieser tieferliegende Konflikt wird nicht transparent geklärt. Damit sind jenseits von Sympathie, Antipathie und persönlichem Stil berufliche Probleme in der Teamarbeit und in der Arbeit mit Menschen vorprogrammiert.

Wenn es uns nicht gelingt, diese Menschen einzuladen, sich auf den Weg zu machen diese Kompetenzen & Werte erwerben zu wollen (und das reicht schon), dann ist es fair und besser für alle Beteiligten nach dem Versuch darüber ausreichend in Dialog zu gehen, zu sagen: Eine Zusammenarbeit ist unter den gegebenen Bedingungen nicht sinnvoll und wir trennen uns im Guten.

 

Die hilflosen Fachkräfte – Auszeit als Strafe in Kitas noch sehr gängig!

Heute war ich mit meiner Kollegin Corinna Simpson in einer ErzieherInnenfachschule und wir haben einen Thementag „Herausfordernde Kinder“ durchgeführt. Wir waren beeindruckt von der Vielfältigkeit und den Lebenserfahrungen der Quereinsteiger in diesem Beruf – und schockiert, was die angehenden ErzieherInnen aus Praktika für Erfahrungen mitbrachten. Die Strafe „Auszeit“, die von Pampers empfohlen auf Facebook ein Entrüstungssturm auslöste (#pampersauszeit) – gehört in sehr vielen Kitas in Berlin zum normalen Alltag! Es scheint die einzige Lösung, wenn Kinder sich nicht anpassen und funktionieren. Und PraktikantInnen sind dann zwar irritiert, aber trauen sich nicht, den gestanden ErzieherInnen zu sagen, daß wir heute wissen, daß Bestrafung von Kindern weder zum Ziel führt noch mit unseren Werten von Gleichwürdigkeit und Gewaltlosigkeit vereinbar ist. Es gibt viel bessere Alternativen, die zu einem tragfähigem Frieden für Groß und Klein führen – aber dafür ist es notwendig, die Kinderperspektive verstehen zu wollen und davon auszugehen, dass Kinder niemanden mit ihrem Verhalten ärgern oder nerven wollen. Wenn wir beobachten und zuhören, Ihnen bessere Alternativen für Ihre tieferen Bedürfnisse anbieten – nehmen sie diese gerne an.

Die Herausforderung für die Erwachsenen scheint dabei zu sein, dass bisher das Funktionieren wichtiger war als die Befindlichkeit jedes einzelnen. Wir dürfen lockerer sein, Regeln sind ein Richtlinie, kein Durchsetzungsmuss für Fachkräfte. Viel würde sich entspannen, wenn Fachkräfte persönliche Verantwortung übernehmen und statt mit Macht abstrakte Regeln durchzusetzen. Das bedeutet dem einzelnen Kind zu sagen: „Ich will nicht, dass Du andere verletzt. Worüber hast Du Dich so geärgert? Wie kann ich Dir helfen? Habe ich etwas nicht mitbekommen?“ (statt „Du weißt doch ganz genau, dass wir hier nicht schlagen, das ist unsere Regel und die Regeln müssen alle einhalten! Warum verstehst Du das denn einfach nicht?“)

Und statt sich Hilfe als Fachkraft zu suchen („Warum komme ich hier an meine Grenzen? Mir fällt nichts mehr ein, wo ist meine Kreativität?) gibt es dann noch den absurden Weg, daß die Eltern mehr auf ihre Kinder einwirken sollten, damit die ErzieherInnen nicht mehr so viele Probleme mit diesen Kindern haben. Das ist Abgabe von Verantwortung. Eltern können nicht die Hilflosigkeit von ErzieherInnen lösen. Meistens sind ja auch die Eltern von diesen Kindern hilflos und bräuchten dringend Unterstützung statt Druck. Diese Form von Elternarbeit hat nichts mit einer gleichwürdigen, tragfähigen Zusammenarbeit zwischen ErzieherInnen und Fachkräften zu tun!

Hilfreich wäre es, Fachkräfte zu ermächtigen, Ihre ganze Person und Authentizität einzubringen. „Wie kann ich Kinder stoppen ohne selbst verletzend zu werden?“  und  „Darf ich laut werden?“ waren Fragen, die aufkamen – denn laut sein wird so schnell mit Gewalt assoziiert. Aber Lautwerden, wenn ich leise nicht gehört werde, hat nichts mit gewalttätig sein zu tun. Gewalt entsteht, wenn es mir nicht möglich ist, die Verantwortung für meine Gefühle zu übernehmen und ich impulsiv schreie, dabei bin ich in mir selbst abgeschnitten von einem Teil meiner Persönlichkeit. Gewalt entsteht, wenn die Wut Oberhand gewinnt und eigenmächtig handelt.

Es ist möglich, laut zu werden und dabei verantwortlich zu sein, die Wut zu spüren, aber auch mich selbst dabei aushalten und akzeptieren zu können. Das haben viele Menschen vielleicht noch nie in ihrem Leben erleben dürfen – wir finden dazu kaum Vorbilder, aber wir können es lernen und trainieren.

Die Auszeit-Strafe ist ein Symptom der Hilflosigkeit von Eltern und Fachkräften. Es ist ein Anzeichen von Zerrissenheit zwischen den Werten im Kopf und der Angst im Bauch, denn die meisten würden darauf nicht bestehen, wenn sie nur wüssten, was sie stattdessen tun könnten. Wie sich Gewalt von starkem authentisch-persönlichem Verhalten unterscheidet, dass ist ein Feld, das Fachkräfte dringend mehr für sich erforschen müssten.

Wer sich mit mehr mit der Basiskompetenz Authentizität auseinandersetzen will, für den könnte unser Seminar „authentiv play“ oder Führungstraining für Fachkräfte genau das Richtige sein – denn um neue Handlungsspielräume zu erforschen, müssen wir üben können und ausprobieren dürfen…

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ein neues Organisationsmodell für öffentliche und freie Schulen

Ich habe schon in einigen Blogartikeln von den neuen Möglichkeiten für Kitas und Schulen berichtet. Hier endlich mal leicht verdaulich, aber sehr fundiert, ein Videomitschnitt meines Kollegen Jean-Paul Munsch, wie die Zukunft der Schulorganisaiton ausssehen kann:

Sinnorientiert arbeiten,
Energie frei setzen fürs Lernen,
Bürokratie überwinden durch persönliche Verantwortung!

Vertrauenskultur aufbauen – ein Entwicklungsprozess für Kitas, Schulen, soziale Einrichtungen und Vereine!

Hier geht es zu meinen Angeboten!

 

Entwürdigend – was SchülerInnen alltäglich über sich ergehen lassen müssen

Anschreien, Meckern, Bloßstellen, Häme, Unterstellungen, Witze auf Kosten eines Schülers und die anderen Schüler lachen – all das geschieht täglich in deutschen Klassenzimmern! Und zwar nicht durch Mobbing der Kinder untereinander, sondern durch Lehrkräfte, die ihren Unterricht mit diesen Methoden „bereichern“ und die das eigentlich auch ganz normal finden.  
Vielleicht weil es Ihnen anders unmöglich erscheint Ruhe herzustellen oder ein Arbeitsklima zu schaffen. Oder zum angeblich Besten des Schülers nach dem Motto: „Den muss man mal etwas zurechtstutzen, damit noch was aus ihm wird.“  Ich rede hier nicht von den Lehrkräften, die gelegentlich aus der Haut fahren oder meckern und sich danach angemessen für ihr Verhalten entschuldigen können – ich rede hier von denen, die sich generell ein respektvolles Unterrichtsklima gar nicht vorstellen können bzw. scheinbar noch nie erlebt haben. 
Ein Schüler aus der vierten Klasse fragte mich letztens: Ist dieses Verhalten nicht verboten? Dürfen LehrerInnen so fiese Dinge überhaupt machen? Kann die Schule die nicht einfach hinauswerfen?
Deshalb habe ich mich schlau gemacht und einen Blick in das Brandenburgische Schulgesetz geworfen und da steht tätsächlich:
 
Auszug aus dem Brandenburgischen Schulgesetz: 
Abschnitt 4, Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen
§ 63 Grundsätze
 
(1) Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen dienen der Sicherung des gesetzlichen Auftrages der Schule und dem Schutz von Personen und Sachen. Sie beziehen sich angemessen und unmittelbar auf das Fehlverhalten einer Schülerin oder eines Schülers in der Schule. Erziehungsmaßnahmen richten sich vor allem an die Einsicht der Schülerinnen und Schüler und gehen in der Regel Ordnungsmaßnahmen vor. Die körperliche Züchtigung sowie andere entwürdigende Maßnahmen sind verboten.“
„Andere entwürdigende Maßnahmen“ ist natürlich recht offen formuliert und verbale Gewalt ist sehr viel schwerer zu fassen als körperliche Gewalt. Mein einfachster Lehrsatz lautet für Kinder: „Wenn ihr miteinander lacht, dann fühlt es sich für ALLE gut an. Wenn ihr über ein Kind lacht, dann ist das für das eine Kind schrecklich und die anderen Kinder lachen zwar, haben aber auch Angst, dass sie es sie mal genauso treffen könnte – das fühlt sich nicht wirklich gut tief drinnen an. Das könnt ihr selbst ganz einfach im Bauch überprüfen.“
Es gibt LehrerInnen, die durch ihr respektloses Verhalten  gegenüber SchülerInnen täglich das Schulgesetz mit Füßen treten und dennoch sind es die SchülerInnen, die meistens am kürzeren Hebel sitzen. Sie brauchen mutige Eltern, die nicht locker lassen. Die sich nicht abspeisen lassen von Sätzen: „Das ist mir so herausgerutscht, kommt nicht wieder vor“, wenn es doch offensichtlich ist, dass das Verhalten systematisch auftritt. Eltern, die ihrem Kind mehr trauen als der Stimme eines Erwachsenen. Eltern, die sehen können, dass ihr Kind vielleicht dieses oder jenes gemacht hat und dennoch fordern können, dass ihr Kind IMMER eine respektvolle Behandlung verdient, keine Beleidigungen, Unterstellungen oder Entwürdigungen. Eltern, die trotz aller Wut auf so eine Lehrkraft noch einen Dialog führen können – kein Kinderspiel kann ich aus eigener Erfahrung und der Begleitung vieler Eltern sagen.
Und ich wünsche mir so viel mehr LehrerInnen, die ihren ehrlichen SchülerInnen dankbar sind für deren Rückmeldungen, wann sie als Lehrer anstrengend oder verletzend sind. Was für ein Geschenk und Impuls, die eigenen blinden Flecken zu erforschen (die ja alle Menschen haben). Jede ersteinmal unangenehme Rückmeldung ist eine großartige Einladung sein eigene fachpersönliche Weiterentwicklung als pädagogische Fachkraft in Gang zu halten, Supervision in Anspruch zu nehmen und zu wachsen.

Wenn Schüler auf der Nase herumtanzen…

Früher hieß es, man müsse als Lehrer hart durchgreifen, damit Schüler einem „nicht auf der Nase rumtanzen“. Man dürfe (besonders am Anfang) nicht zu weich sein, da sonst Autoritätsverlust drohe. Heute verliere ich als Lehrer an Autorität bzw. an Glaubwürdigkeit, wenn ich mich hinter meiner Lehrerrolle verstecke und Gehorsam einfordere. Machtkämpfe und Grenzüberschreitungen sind in der klassischen Lehrer-Schüler-Beziehung die Folge. Lehrer müssen ihren Führungsstil heute neu und unabhängig vom Verhalten anderer bestimmen. Zu führen bedeutet für mich, auch in herausfordernden Phasen denjenigen Werten Geltung zu verleihen, die ich in ruhigen Zeiten in mein inneres Koordinatensystem eintrug. Der Lehrer von heute ist aufgefordert, sich als Person zu zeigen und Verantwortung für sich und die Qualität des Miteinanders zu übernehmen.

INSPIRATION FÜR ELTERN UND PÄDAGOGEN auf Facebook

 

Besser kann ich es auch nicht sagen! Aber zufügen, dass es in Werneuchen, nördlich von Berlin, nun die Möglichkeit gibt ein Intensivcoaching für PädagogInnen mitzumachen. Haupttrainer sind Pferde, die sehr klar unser Verhalten spiegeln und mit denen wir wunderbar unsere Führungskompetenz erweitern können. Begleitet von mir und Nancy Franke wird es dann auch gleich einen Transfer in die pädagogische Praxis anhand eigener Fallbeispiele geben. Mehr Infos unter Workshops mit Pferden oder unter

www.horse-personal-coaching.de/…/t…/respektvoll-fuehren.html