Wie kann ich neue Gedanken und Glaubenssätze in mein Leben wirklich integrieren?

Kennst Du das Gefühl, nach einem guten Buch, nach einem schönen Kontakt mit Freunden oder einem hilfreichen Coaching wie neu beflügelt durch die Welt zu schauen und zu gehen? Und dann sickert nach und nach der Alltag wieder durch, und die Inspiration schwindet und du verlierst wieder die Basis in Dir und fällst in die alten Muster, Ängste oder Zwänge zurück?

Wie kann ich neue Gedanken und Glaubenssätze in mein Leben wirklich integrieren? Wie kommen sie vom Kopf in den Bauch?

Meine Erfahrung ist es, dass es keinen anderen Weg gibt, sich selbst zu entwickeln, als täglich einen kleinen Schritt zu tun. Du wirst nicht plötzlich DIE Erleuchtung haben und alles wird anders. Du musst täglich ÜBEN, wie Du gut mit Dir selbst und authentisch und verantwortungsvoll sein kannst. Du brauchtst unbedingt einen praktischen Übungsweg, der Dir immer wieder ermöglicht, in Kontakt mit Dir selbst zu kommen und Deine innere Weisheit und Deine Selbstheilungskräfte täglich anzuzapfen.

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Ich schätze die Bücher von Eva Maria Zurhorst sehr. Keine Autorin hat es bisher geschafft, in so einfacher und deutlicher Weise zu beschreiben, was in Beziehungen passiert und wie Du selbst alles veränderst, wenn Du Dich selbst veränderst. Deshalb kann ich das Buch „Liebe Dich selbst und es ist egal, wen Du heiratest“ nur so allerwärmstens empfehlen.

Und weil Gelesenes zwar schnell eingängig ist, aber unsere dauerhaften, sehr alten Beziehungsmuster allein nicht durchbrechen kann, ist es eine gute Idee, es langsam durch stetige Anwendung in der Praxis in das Unbewusste sacken zu lassen. Dies geht z.B. in dem ich täglich oder mindestens einmal die Woche mir eine Hörmeditation gönne, in der ich entspannt in meinen Körper fühlen kann und mich mit diesem auf neue Art verbinden kann. Auch die von mir geliebten Sheng Zhen Gong-Bewegungsmeditationen sind ein hilfreicher Weg, sich selbst jeden Tag an die Ganzheit zu erinnern und durch tägliches „im Bewegungs-Moment bei sich sein“ sich selbst zu entwickeln.

 

Weil viele Klienten fragen, möchte ich hier vorstellen,
was meine persönliche Lieblingshörmeditation ist:4120+8gulhL._AA300_

Liebe dich selbst: Sich selbst annehmen und dadurch die Liebe zu anderen entdecken

Die Hörübung ist ca.25 Minuten lang (leider inmitten Text eingebaut und nicht direkt ansteuerbar). Mit etwas Übung findet man den Einstieg. Mir hilft die angenehme Stimme von Eva-Maria Zurhorst mich in meinen Körper fallen zu lassen. Entgegen dem Ratschlag in der Übung mache ich es lieber im Liegen als im Sitzen, aber das ist ja reine Geschmackssache.

Was ist anders als bei anderen Hörmeditationen? Die wunderbare Einladung am Anfang, sich eine Frage oder eine Thema zu suchen, dieses dann loszulassen und eine Antwort zu finden, ohne etwas zu tun oder zu ändern! Hier gibt es die Einladung eine Erfahrung mit sich selbst zu machen, die jedes Mal aufs Neue mit Deinen ganz aktuellen Fragen oder Nöten „funktioniert“. Für mich präsentiert diese Art des Umgangs mit mir selbst, eine hohe Form der körperlichen Präsenz, der Selbstliebe und Selbstempathie, die mir im Alltag ohne Achtsamkeit leicht verloren geht. Ich bin jedesmal wie verwandelt, wenn ich ans Ende gelange und wünschte mir, der Zustand würde ewig anhalten. Aber erfahrungsgemäß braucht es nur einen stressigen Tag und schon brauche ich ein Update 😉

„Eva-Maria und Wolfram Zurhorst präsentieren ein Beziehungs-Begleitprogramm, mit dem jeder über Visualisierungen und energetische Übungen im praktischen Alltag tiefgreifende Transformation und Heilung in seiner Partnerschaft erfahren kann… Allein dadurch, dass wir für Heilung und Transformation in unserem Inneren sorgen, heilt auch unsere Partnerschaft. Einzige Bedingung: Wir widmen uns diesem Wandlungsprozess engagiert und regelmäßig im Alltag.“

Amazon-Link zum Hörbuch

Authentizität üben – im Spiel!

Kinder brauchen Erwachsene, die sich selbst ernst nehmen und authentisch sind!

Authentizität ist einer der vier Werte nach Jesper Juul, die uns erfolgreich und befriedigend trotz aller Krisen durch unser Leben tragen. Authentizität ist ein wichtiger Fundamentbestandteil unserer Beziehungen, ob privat oder beruflich (s. auch das Buch von Jesper Juul: Vier Werte, die Kinder ein Leben lang tragen). Authentizität meint nicht, dass ich meine Wut jedem an den Kopf werfe und impulsiv allen meinen Bedürfnissen sofort nachgehe – das ist ein weit verbreiteter Irrglaube. Authentisch sein bedeutet, dass ich eine gute und tiefe Verbindung zu mir selbst habe, im Falle von Wut bedeutet dass, dass ich meine Wut als Abwehrreaktion auf meinen Schmerz kenne und auch mit dem Schmerz verbunden bleibe. Dass ich Verantwortung für meine Gefühle übernehme und mich selbst beruhigen kann – dann kann ich authentisch zeigen, wie wütend ich bin, wie tief mein Schmerz ist und erwarte doch nicht, dass der andere meine Gefühle auflöst.

Bis vor Kurzem, war es gesellschaftlich noch verpönt, authentisch zu sein. Es wurde die soziale Höflichkeit gelehrt und belohnt (sag ich möchte und nicht ich will, sag schön Bitte/Danke, zeig nicht wie du das Geschenk wirklich findest/lass Dir von der Oma ein Schmatzer aufdrücken, auch wenn Du es eklig findest usw.) Nun gibt es eine radikale Wende und wir hören oder haben schon selbst erfahren, dass wir mit authentischen Beziehungen viel glücklicher sein können als mit Beziehungen, die auf Rollen und Masken beruhen.

Aber es ist nicht leicht, die frühkindlich erworbenen Haltungen und die berechtigte Vorsicht, die wir als Kinder gelernt haben, hinter uns zu lassen.
Warum? Weil viele Eltern und PädagogInnen aus meiner Generation, die selbst Eltern hatten, die nicht gut für sich sorgen konnten, es gelernt haben, mehr auf das Gegenüber zu achten als auf sich selbst. Wenn ich Eltern hatte, die leicht oder unvorhersehbar „austickten“ oder für die ich als Kind „emotional sorgen“ musste – dann fällt es mir selbst als Erwachsene schwer, zuerst mich wahrzunehmen. 100% Aufmerksamkeit tut keinem Kind gut, weder in der Familie noch in Kita oder Schule. Kinder brauchen Erwachsene, die ihre eigenen Gefühle genauso ernst nehmen wie die der anderen.

Für mich persönlich war dies vor einigen Jahren psychologisches Neuland – wie geht das genau: mich selbst wirklich ernst nehmen? Meine Wünsche anmelden und eine Reaktion bekommen – ohne sofort in die Opfer- oder Täterrolle zu schlüpfen, um die Situation zu kontrollieren?

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Ironischerweise nehmen wir Erwachsene
uns genau dann ernst,
wenn wir noch spielen können
oder wieder spielen lernen.

Spielen wurde lange Zeit psychologisch und pädagogisch unterschätzt. Das Spiel ist die höchste Form der Verbindung mit anderen Menschen. In dem Moment, in dem wir uns mit unserer Einzigartigkeit begegnen gibt es eine tiefe Verbindung, physisch, emotional und spirituell, diese ist körperlich, freudvoll und leicht. Angelas Leidenschaft ist die Beschäftigung mit dem Idioten oder Narren (the Fool Story). Hier kannst Du mehr darüber erfahren (auf englisch).

Passend zur Bedeutung des Spiels für die Qualität unseres Lebens gibt es nun auch das neue Buch von André Stern:

Wer praktisch erleben will, wie wundervoll begeisternd, lebendig und bildend es ist, in Gemeinschaft „spielend zu sein“ – der ist herzlich eingeladen dies in diesem Workshop zu erfahren. Spielen ermöglicht absolut präsent und authentisch zu sein – Qualitäten, die wir nicht nur als Kinder sondern gerade auch als Erwachsene und speziell als PädagogInnen dringend brauchen.

Lehrer müssen lernen

„Lehrer müssen lernen, Schüler wahrzunehmen“

Doch um Schülern eine neue Lernkultur zu vermitteln, müssten auch die Lehrer für Neues aufgeschlossen sein und sich vom Alten lösen, sagte Helga Breuninger. Aber das erfordere Mut. Die Geschäftsführerin der Breuninger-Stiftung entwickelt ganz neue Wege der Lehrerfortbildung. Was Pädagogen lernen müssten? „Sie müssen lernen, Schüler wahrzunehmen, und souverän bleiben, egal was passiert.“ Entscheidend sei auch, „spüren zu lernen, wann eine Atmosphäre unproduktiv wird – und wie man sie wieder produktiv macht“. Mit mitgebrachten Videosequenzen machte Breuninger dem Publikum deutlich, dass es dabei vor allem um Wertschätzung geht. Darum, Schüler, aber auch Eltern ernst zu nehmen.

Das spricht mir doch ganz aus dem Herzen, mehr Beziehungswissen für LehrerInnen!

ganzer Artikel:

http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.diskussion-im-literaturhaus-plaedoyer-fuer-eine-neue-lernkultur-ohne-noten.6b214a59-7c0c-4101-8a47-83331e0391b1.html

TrainerInnen der Empathieausbildung in Deutschland – Katinka Gøtzsche

Wie können wir Empathie, Achtsamkeit, Mitgefühl und Präsenz lehren?

Zweijähriger Lehrgang für Fachleute, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten
, Beginn August 2015

Über Helle Jensen war auf meinen Seiten schon viel zu lesen. Hier sei eine weitere Trainerin der Ausbildung vorgestellt, die ich nur allen PädagogInnen sehr ans Herz legen kann: Katinka Götsche.

Die Lehrer des Lehrgangs sind alle Mitglieder der in 2007 gegründeten Dänischen Gesellschaft zur Förderung von Lebensweisheit in Kindern (The Danish Society for the Promotion of Life Wisdom in Children). Wir sind ein kleiner von uns gegründeter Verein mit nur neun Mitgliedern, die ein gemeinsames Interesse teilen:
• Zum einen die Auswirkungen der rasenden Veränderungen und des drastischen Wertezerfalls, wie wir sie gegenwärtig erleben, auf die Kinder.
• Zum anderen die enormen Chancen, die darin für Kinder liegen können.

Wir sind zusammengekommen, um zu versuchen, die Antwort auf folgende Frage zu formulieren:
Was ist das Wichtigste und das Wertvollste, was heutzutage für die Kinder gemacht werden kann?

Wir betrachten die Ausbildung und die Seminare, die wir anbieten, als einen bedeutenden Teil der Antwort zu dieser Frage.

Katinka Gøtzsche – Master of Arts in Psychologie, Dramaturgie und Tanz. Lehrerin in der Oberstufe einer Sekundarschule in Dänemark. Coach für Schüler mit persönlichen und schulischen Schwierigkeiten. Ich habe in meiner täglichen Arbeit als Lehrkraft über Jahre einfache meditative Übungen eingesetzt – wie zum Beispiel Achtsamkeitstraining, Bewusstseinsübungen und Übungen zur Entwicklung des Herzens – um ein besseres Lernklima zu schaffen. Ich habe Lehrerseminare zum Thema Achtsamkeit und Empathie geleitet:
„Über die Unvermeidlichkeit innerer Übungen für die Lehrkraft und für die Kinder und wie man diese Ideen in den gewöhnlichen alltäglichen Unterricht verwirklichen kann.“

http://trainingempathy.com/2-year-course/
deutsche Version am Ende der Seite!!!!

Katrin Paul – www.beziehungskompetent.de

Die Seele geht in den meisten Organisationen verloren

Ich erinnere mich an eine Erzieherin, der in einem Workshop zu Beziehungskompetenz langsam klar wurde, wie gewalttätig das Verhalten ihrer Vorgesetzten war. In gewisser Weise gewöhnen wir uns an sprachliche Herabsetzungen oder respektlose Behandlungen, weil sie in einigen Einrichtungen zu alltäglich und zu „normal“ werden.

Zum Thema „alltägliche Gewalt in normalen Kitas und Schulen durch Sprache und scheinbar harmloses Verhalten“ hat mich diese Passage aus dem Buch von Laloux besonders berührt:

 

„Park Palmer, Pädagoge, Autor und Aktivist hat sein ganzes Leben erforscht, was nötig ist, damit wir in einer Gemeinschaft die Ganzheit suchen und finden können.

Welcher Raum eröffnet die beste Möglichkeit, um die Wahrheit unserer Seele zu hören und ihr zu folgen? … Meine Antwort schöpft aus einer einzigen Metapher, die für mich die Essenz der Seele reflektiert und gleichzeitig ihr Geheimnis würdigt: die Seele ist wie ein wildes Tier.

So wie ein wildes Tier ist die Seele stark, widerstandsfähig, klug, neugierig und unabhängig: Sie weiß, wie sie in einer schwierigen Umgebung überleben kann. Viele von uns lernen diese Eigenschaft in den dunkelsten Stunden unseres Lebens kennen, wenn die Fähigkeiten , auf die wir uns normalerweise verlassen, nicht mehr ausreichen – der Intellekt ist nutzlos, die Emotionen abgestorben, der Wille ohnmächtig und das Ego zerstört. Manchmal spüren wir tief im Dickicht unseres inneren Lebens die Anwesenheit von etwas, das weiß, wie es weiterleben kann, und uns hilft, weiterzugehen. Dieses Etwas, so meine ich, ist die starke und beharrliche Seele.

Aber trotz dieser Stärke ist die Seele auch scheu. Wie ein wildes Tier sucht sie Sicherheit im dichten Unterholz, besonders wenn andere Menschen in der Nähe sind. Wenn wir ein wildes Tier sehen wollen, dann wissen wir, dass wir auf keinen Fall durch den Wald rennen nach ihm rufen sollten. Aber wenn wir leise in den Wald laufen und uns geduldig unter einen Baum setzen, im Einklang mit der Erde atmen und uns mit der Umgebung verbinden, wird das wilde Tier, das wir suchen, vielleicht erscheinen. …

Leider bedeutet Gemeinschaft in unserer Kultur oft eine Gruppe von Menschen, die zusammen durch den Wald rennen und die Seele verscheuchen. … Unter diesen Umständen erscheinen der Intellekt, die Emotionen, der Wille und das Ego, aber nicht die Seele; wir verscheuchen all das worin die Seele lebt: respektvolle Beziehungen, Wohlwollen und Hoffnung.

In Organisationen gleicht unser Zusammensein oft auch dem „Rennen durch den Wald“. Um die Seele zu verscheuchen, genügt schon ein sarkastischer Kommentar, ein Rollen mit den Augen während einer Besprechung. Wenn wir unser ganzes Selbst einladen wollen, sich zu zeigen, einschließlich der scheuen inneren Stimme der Seele, dann müssen wir am Arbeitsplatz sichere und fürsorgliche Räume schaffen. Wir müssen lernen, achtsam wahrzunehmen, wie unsere Worte und unser Handeln subtil dazu beitragen können, in einer Gemeinschaft von Kollegen die Sicherheit und das Vertrauen zu schwächen.“

 

Frederic Laloux, Reinventing Organizations, Ein Leitfaden zur Gestaltung sinnstiftender Formen der Zusammenarbeit, Verlag Franz Vahlen München, 2015, S. 148

Katrin Paul – beziehungskompetent in Kita & Schule